Lohnt sich eine PV-Anlage?

Die Anschaffung einer PV-Anlage bedeutet stets eine große Investition, vergleichbar mit der Anschaffung eines Autos. Verständlich, dass Hausbesitzer oder Gewerbetreibende vorab wissen möchten, ob sich diese Investition lohnt.

Im Hinblick auf die Klimabilanz ist die Frage stets mit einem klaren „ja“ zu beantworten. Stehen hingegen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, gilt es genauer hinzusehen. 20 Jahre nach Einführung des EEG haben sich die Bedingungen geändert. Die Zeiten, in denen sich mit der Volleinspeisung des selbst erzeugten Solarstroms eine gute Rendite erwirtschaften lässt, sind vorbei. Die mit dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) festgelegte Einspeisevergütung sinkt stetig, so dass sich die Einspeisung von überschüssigem Solarstrom kaum noch lohnt.

Trotzdem ist die Investition in eine Solaranlage noch immer sinnvoll, denn mittels Photovoltaik lässt sich kostenlose Energie von der Sonne gewinnen. Für die Wirtschaftlichkeit entscheidend ist, dass möglichst viel vom selbst erzeugten Solarstrom selbst verbraucht wird. Dieser sogenannte Eigenverbrauch mindert die Strommenge, die teuer aus dem Netz bezogen werden muss. Das senkt die Stromrechnung und die Abhängigkeit von großen Stromanbietern. Bei der PV-Anlage bis zu 10 kWp muss für den Eigenverbrauch auch keine EEG-Umlage bezahlt werden.

Ein Teil der Investitionen in eine PV-Anlage kann mittels staatliche Förderprogramme finanziert werden. Aktuell werden insbesondere Stromspeicher gefördert, durch deren Integration in die Anlage der Eigenverbrauch erhöht wird.

Wie jede Investition lohnt sich der Kauf einer PV-Anlage nur dann, wenn diese in einem überschaubaren Zeitraum ihre Kosten wieder einspielt. Der derzeitige Preis für Strom beträgt ca. 30 Cent / kWh. Als Investitionskosten für wirtschaftliche PV-Kleinanlagen bis 10 kWp sollten ca. 1.300 bis 1.800 Euro pro kWp veranschlagt werden. Dank der Einsparung bei den Stromkosten amortisiert sich die Investition im Schnitt nach etwa 9 bis 11 Jahren. Die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage beträgt jedoch mindestens 20 Jahre.

PV Anlage finanzieren

Zur Sicherung der Investition in eine Photovoltaikanlage ist eine nachhaltige Finanzierung notwendig. Noch vor dem Kauf muss deshalb geklärt werden, welche Kredite oder Förderungen für die Finanzierung der PV-Anlage in Betracht kommen. Zur Finanzierung einer Photovoltaikanlage stehen verschiedene Möglichkeiten offen: Eigenkapital, ein Bankkredit oder eine Photovoltaik-Förderung durch öffentliche Programme. Wer sich für einen Solarkredit entscheidet, sollte die Konditionen der einzelnen Banken miteinander vergleichen und das passende Angebot auswählen. Zu bedenken sind u.a. Laufzeit, Zinsbindung und Rückzahlungsmodalitäten.

Anbieter von Photovoltaikkrediten sind z.B. die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Umweltbank und Schwäbisch-Hall. Aber auch regionale Sparkassen und Bausparkassen bieten inzwischen Solarkredite an. Aufgrund der Fülle an Angeboten und unterschiedlichster Konditionen sollten sich Interessierte umfassend zu den Kosten einer Solaranlage beraten lassen. Zu beachten ist außerdem: Die auf Solaranlagen entfallende Mehrwertsteuer ist bei fast allen Kreditinstituten nicht durch einen Solarkredit abgedeckt. Die Kreditsumme bezieht sich lediglich auf die Kosten der Photovoltaikanlage (Nettoinvestitionskosten) ohne Montagekosten. Demnach sollten in jedem Fall 20 % mehr Kapital eingeplant werden.

Fördermöglichkeiten abwägen

Ist nicht genügend Eigenkapital vorhanden bzw. sollen die Mittel nicht gebunden werden, lassen sich spezielle PV-Kredite aber auch Förderungen in Anspruch nehmen. Neben Banken gewähren Bund und Kommunen Förderungen für Photovoltaikanlagen. Je nach Situation, Anlage und veranschlagten Kosten lassen sich zinsverbilligte Kredite, Zuschüsse oder steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für den Neubau oder den Ausbau der Anlage sichern. Mit der Förderdatenbank des Bundesministeriums für Umwelt und Wirtschaft können Sie sich ein Überblick über passende Förderungen für Ihre Photovoltaikanlage verschaffen.

Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage

Die Investitionskosten in eine PV-Anlage liegen bei mehreren Tausend Euro. Ob der Installateur teure oder günstige Module aufs Dach bringt, hat keinen Einfluss auf den Preis für die Installation. Anwender haben deshalb nur die Möglichkeit, bei den Modulkosten selbst zu sparen. Die Module sind jedoch das zentrale Element der Photovoltaikanlage, der Teil, der die Sonnenstrahlung in elektrischen Strom umwandelt. Es ist daher sinnvoll, mehr in hochwertige und langlebige Module zu investieren, um langfristig sichere Erträge zu erzielen.

Für wen lohnt sich eine Photovoltaik Anlage?

Nicht jeder Standort eignet sich für eine Solaranlage. Ein Blick ins Solarkataster oder eine erste unverbindliche Beratung durch den Photovoltaik-Fachmann geben Aufschluss über das Potential der Dachfläche für die Stromgewinnung. Sind die Rahmenbedingungen günstig, ist eine PV-Anlage grundsätzlich eine sinnvolle Investition, wenn Sie

  • Stromkosten dauerhaft senken wollen
  • Unabhängigkeit von Ihrem Energieversorger anstreben
  • Ihnen Umweltschutz am Herzen liegt
  • nach einer lohnenswerten Geldanlage suchen
  • eine Wertsteigerung für ihre Immobilie erreichen wollen

Ein für die Rentabilität einer PV-Anlage entscheidender Punkt ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch. Hierfür lohnt es sich z.B. über den Einsatz einer intelligenten Steuerung oder einen Batteriespeicher nachzudenken.

Hohe Rendite mit Photovoltaikanlagen – Was ist dran?

Verschiedene Quellen veröffentlichen zum Teil deutlich voneinander abweichende Zahlen, mit welcher Rendite Betreiber von Solaranlagen rechnen können. Aber sinkende Preise für die Technik, steigende Strompreise und die Möglichkeit, Dank intelligenter Steuerungen und/oder Batteriespeichern einen relevanten Teil des Stromes selbst zu verbrauchen, sorgen dafür, dass die Rendite tendenziell eher steigt. Grundsätzlich gilt: Photovoltaikanlagen bringen eine vergleichsweise gute Rendite, sind also attraktive Geldanlagen. Um genauere Berechnungen anstellen zu können, müssen Faktoren wie Anlagengröße und -ausstattung, die Kosten für die Errichtung und den Betrieb der Solaranlage und die Konditionen der Finanzierung berücksichtigt werden. Deshalb kann die Frage, ob sich eine PV-Anlage im konkreten Anwendungsfall lohnt, nur individuell beantwortet werden.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.