Energiewende - Saubere Energie für das Klima

Strom, Wärme, Mobilität: Ständig benötigen wir Energie, die noch immer zu einem Teil aus fossilen Energieträgern erzeugt wird. Dabei entsteht u.a. das Treibhausgas CO₂, das den Klimawandel beschleunigt. Mit der Energiewende erfolgt die Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung.
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    Was ist mit Energiewende gemeint?

    Energiewende bezeichnet im Zusammenhang mit der Energieversorgung den Übergang von fossilen und atomaren Energieträgern hin zu erneuerbaren Energieträgern. Ziel ist eine ökologische und nachhaltige Energieversorgung. Als Lehnwort ist der Begriff auch in andere Sprachen übernommen wurden (beispielsweise "The German Energiewende" oder "A Energiewende alemã"). 

    Woher kommt der Begriff Energiewende?

    Der Begriff entstammt dem 1980 erschienen programmatischen Buch „Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran“ des Öko-Instituts. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigten bereits vor 40 Jahren, dass Wachstum und Wohlstand ohne Kernenergie und fossile Energieträger möglich sind und beschreiben den Weg hin zu einer vollständig nachhaltigen Energieerzeugung bis 2050.

    Warum ist die Energiewende notwendig und sinnvoll?

    Es gibt zwei wesentliche Gründe dafür, die Energiewende umzusetzen, den drohenden Klimawandel und die begrenzten Ressourcen an fossilen Energieträgern.

    Ansteigende Konzentration der Treibhausgase

    Die Förderung und Verbrennung fossiler Energieträger führt zur Freisetzung von Methan und zur Entstehung von Kohlendioxid. In den letzten zweihundert Jahren ist der Anteil dieser sogenannten Treibhausgase in der Atmosphäre deutlich angestiegen. Das führt dazu, das sich unsere Erde zunehmend erwärmt. Doch es bleibt nicht allein beim Temperaturanstieg: abschmelzende Polkappen führen zu einem Ansteigen des Meeresspiegels, der sogenannte Golfstrom verlangsamt sich, Gletscher ziehen sich zurück, der Permafrostboden taut auf… Damit einher gehen weitere Effekte, wie zunehmende Extremwetterereignisse, die Ausbreitung von Krankheitserregern und Schädlingen, eine Ozeanversauerung, längere Trockenperioden und vieles mehr. Gute Gründe also, das Thema Ernst zu nehmen.

     

    Begrenzte Ressourcen und steigende Preise

    Bereits 1956 prognostizierte der Geologe Marion King Hubbert den Zenit der Ölförderung (Peak Oil) für das Jahr 2000. Dank neuer Techniken und auch mancher bis dato unentdeckten Lagerstätte ist es nicht so gekommen, wie von King Hubbert vorhergesagt, doch die konventionelle Ölförderung stagniert seit einiger Zeit und ihr Ende ist in Sicht.

    Auch Erdgas, das gern als „umweltfreundlichster“ fossiler Rohstoff bezeichnet wird und häufig mit Erdöl gemeinsam vorkommt, ist nicht die Lösung. Die Emission von Methan, ein 38-mal stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid, während Produktion und Transport machen den Energieträger ebenso klimaschädlich wie Kohle. Zudem reichen die nachgewiesenen Welterdgasreserven nach Hochrechnungen nur noch etwas über 60 Jahre.

    Auch die Atomenergie bietet keine echte Alternative. Uran ist mittlerweile ebenfalls ein knapper Rohstoff. Bei heutigem Uranbedarf und -preis reichen die Vorkommen nur noch ca. 20 Jahre.

    Richtig ist, dass immer wieder neue Fördermethoden wie das Fracking, das Herauspressen von Erdgas aus dem Untergrund, entwickelt werden. Im Allgemeinen werfen diese neuen Abbaumethoden oder die Erschließung bisher unzugänglicher Lagerstätten jedoch neue Probleme auf. Unbestreitbar ist, dass der Rohstoffabbau meist mit massiven Eingriffen in die Umwelt verbunden ist und diese Eingriffe weitestgehend reduziert werden sollten.

     Zur Knappheit der Ressourcen kommen ökonomische Gründe für den Umstieg. Wir haben uns an günstige Energie gewöhnt. Schon heute ist es aber kaum noch rentabel, Kohle in Deutschland abzubauen. Und auch die Verstromung des Energieträgers wirft keine Gewinne mehr ab. Gewinnung und Transport fossiler Rohstoffe erfordern zunehmend immense Investitionen (Stichwort Nordstream 2), die dann für den Umbau der Energieversorgung fehlen. Mit den Erneuerbaren Energien lässt sich Strom jetzt schon billiger produzieren, meist vor Ort, do wo die Energie benötigt wird.

     

    Internationale Verträge

    Der Klimawandel macht nicht an Ländergrenzen halt. Im Rahmen der Weltklimakonferenz in Paris im Jahr 2015 einigten sich rund 200 Staaten auf ein verbindliches weltweites Klimaschutzübereinkommen, um den Temperaturanstieg auf maximal 2 Grad zu begrenzen. Unterschrieben haben es 195 Staaten, darunter Deutschland. Aus dem Pariser Abkommen ergeben sich Verpflichtungen, noch vor 2030 große Mengen der CO₂-Emissionen einzusparen. Unter anderem im Verkehrssektor besteht noch erheblicher Handlungsbedarf.

    Und auch die Europäische Union hat einen Rahmen für die Klima- und Energiepolitik bis 2030 beschlossen, in dem ehrgeizigere Ziele festgelegt sind. So hat die EU zugesagt, ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % gegenüber 1990 zu senken. Bis 2050 wird die Klimaneutralität angestrebt. Deutschland ist als Mitglied der EU verpflichtet, die dafür notwendigen Maßnahmen umzusetzen. 

    Was soll im Rahmen der Energiewende konkret erreicht werden?

    Der Klimaschutzplan 2050 fasst die langfristige Strategien der Bundesrepublik Deutschland zusammen, mit der die Ziele aus dem Pariser Klimaschutzabkommen umgesetzt werden sollen. Dafür werden für alle Sektoren Leitbilder, Transformationspfade und Meilensteine definiert.

    Fossile Energieträger sollen in Industrie, Verkehr, Energiewirtschaft, Landwirtschaft und für Gebäude zunehmend durch erneuerbare ersetzt, innovative und effiziente Technologien (fort)entwickelt und angewendet werden. Für die einzelnen Sektoren wurden einzusparende Treibhausgas-Emissionen festgelegt. Konkrete Maßnahmenprogramme enthält der Klimaschutzplan nicht. Aktuell wird diese Aufgabe vom seit Herbst 2019 beschlossenen Klimaschutzprogramm 2030 erfüllt. Seine wichtigsten Säulen sind das erste Bundes-Klimaschutzgesetz und die CO₂-Bepreisung für Verkehr und Gebäude.

    Energiewende braucht Stromtrassen

    Bei der CO₂-Bepreisung werden Zertifikate an die Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, verkauft. Wenn diese Unternehmen Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin oder Diesel verkaufen, benötigen sie für jede Tonne CO₂, die die Stoffe im Verbrauch verursachen, ein Zertifikat als Verschmutzungsrecht.

    Das Klimaschutzgesetz legt unter anderem zulässige Jahresemissionsmengen für die einzelnen Sektoren fest, legt die Verantwortung für die Ermittlung der Daten fest ebenso wie Bußgelder für die Nichteinhaltung der Ziele. Bei Überschreitung der Jahresemissionsmengen kann laut Gesetz ein Sofortprogramm für den Sektor vorgelegt werden. 

    Die Bundesregierung bewertet mit dem Monitoring-Prozess "Energie der Zukunft" fortlaufend den Fortschritt der Energiewende. Der Bericht wird durch eine unabhängige wissenschaftliche Kommission aus vier renommierten Energieexpertinnen und -experten kommentiert, die auch Maßnahmen zur Umsetzung vorschlagen.

    Kritikern geht das Klimaschutzprogramm 2030 nicht weit genug. Die Maßnahmen reichen nach verschiedenen Berechnungen nicht aus, die gesteckten Ziele zu erreichen. Insbesondere im Bereich Verkehr, bei der Energieeffizienz von Gebäuden und bei der Höhe der CO₂-Preise muss nach Meinung der Klimaaktivisten deutlich nachgebessert werden. Erreichen wir die anvisierten Ziele nicht, muss Deutschland bald für viel Geld Verschmutzungsrechte bei anderen Staaten kaufen.  

    Wie geht es mit der Energiewende voran?

    Hinsichtlich Kohleausstieg und der Nutzung Erneuerbarer Energien ist Deutschland recht gut vorangekommen, auch wenn sich zum Beispiel der Ausbau der Windkraft verlangsamt hat. Gerade dort zeigt sich, dass die Energiewende wesentlich von der Akzeptanz der Bevölkerung abhängt. Erneuerbare Energien finden die meisten Menschen gut, wenn die Windräder aber vor der eigenen Haustür stehen oder die Stromtrassen am Garten vorbeiführen, dann regt sich schnell Widerstand. Ein Dilemma, dass sich nur schwer auflösen lässt. Ein Ansatz ist es zum Beispiel, Gemeinden stärker an den Einnahmen aus der Stromerzeugung durch die Windkraft zu beteiligen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das mehr Geld für Kindergärten, Straßenbeleuchtung oder den Sportverein. Sie profitieren also direkt von der Energiewende. Das Problem der Stromtrassen lässt sich langfristig wohl nur lösen, wenn diese in Nähe zur Wohnbebauung unterirdisch verlaufen. 

    Verursacht die Energiewende steigende Kosten?

    Ein Grund für die fehlende Akzeptanz der Energiewende in Teilen der Bevölkerung sind auch die steigenden Stromkosten, die vor allem dem Ausbau der Erneuerbaren Energien angelastet werden. Richtig ist, dass wir mit dem Strompreis die EEG-Umlage zahlen, die der Förderung dieses Ausbaus dient. Und richtig ist auch, dass die EEG-Umlage, die aktuell ca. 20 % des Strompreises ausmacht, seit dem Jahr ihrer Einführung deutlich gestiegen ist. Die Ursachen dafür sind allerdings komplex und nicht allein der Energiewende anzulasten.

    Dezentralität – Strom vor Ort produzieren

    Ein großer Vorteil der Energiewende ist ihre Dezentralität. Das heißt, Energie kann dort erzeugt werden, wo sie verbraucht wird. Lange Transportwege und damit einhergehende Verluste lassen sich vermeiden. Auch kann sich jede Bürgerin und jeder Bürger selbst beteiligen, über Bürgerenergieprojekte oder die eigene Photovolaikanlage auf dem Dach. Ein Stück weit konterkariert wird dieser Vorteil durch gigantische Offshore-Parks an den Küsten, deren Strom über „Stromautobahnen“ durch das ganze Land transportiert werden muss, da sich vor allem im Süden der Republik die großen Abnehmer für Energie wie Industriebetriebe befinden. Wie bereits erwähnt, wirken sich die Stromtrassen, die aus Kostengründen oberirdisch angelegt werden, alles andere als positiv für die Akzeptanz der Energiewende aus. Hier gilt es, intelligente Lösungen zu finden, auch weil der Bau der Stromleitungen einen zusätzlichen Eingriff in die Umwelt darstellt. Ein Vorschlag ist, Industrie gezielt dort anzusiedeln, wo die Energie produziert wird. Das wäre auch ein Segen für strukturschwache Regionen im Norden Deutschlands. 

    Bürokratie abbauen

    Experten wie Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme, sehen in der ausufernden Bürokratie eines der Haupthindernisse für den Fortgang der Energiewende Das ist nicht nur die Meinung des Klimaaktivisten: Im Energiereport 2019 nennen drei Viertel der befragten Unternehmen Bürokratie und komplexe Regularien als Hindernis dafür, weiter in Erneuerbare Energien zu investieren. Und manche Klimaaktivisten gehen noch einen Schritt weiter und sprechen davon, dass die Energiewende regelrecht ausgebremst wird.

    Lösungen finden

    Einen Schwerpunkt bei der Erreichung der Klimaziele legt die Bundesregierung auf die Energieeffizienz, also auf den Ansatz, mehr Nutzen aus der vorhandenen Energie zu ziehen. Gerade im Verkehrsbereich zeigt sich jedoch, dass das allein nicht ausreichen wird. Die CO₂-Emissionen des Sektors sind seit den 1990er Jahren nahezu konstant geblieben, trotz energieeffizienterer Technik. Ein wesentlicher Grund dafür ist die steigende Nachfrage, zudem werden die Autos immer größer und schwerer. Zugenommen hat auch der Güterverkehr, die Transporte von Waren. Um hier Erfolge für die Energiewende zu erzielen, muss sich dringend das Verhalten der Verbraucher ändern. Lieferdienste und exzessives Onlineshopping machen das Leben zwar bequemer, wirklich gut für die Umwelt sind sie nicht. Auch die Bereitschaft, das Auto stehen zu lassen oder – gerade in Großstädten – ganz auf ein eigenes Gefährt zu verzichten, sind sinnvolle Beiträge zur Energiewende. 

    Auch wenn die Politik insbesondere in Wahljahren das Thema meidet: Ganz ohne Verzicht wird es nicht gehen. Unser Lebensstil ist nicht nachhaltig. Wenn jeder in der Welt unseren Lebens- und Konsumstil für sich beanspruchen würde, dann bräuchten wir drei Erden, um genügend Ressourcen zur Verfügung zu haben. Weniger von allem und dafür in besserer Qualität ist ein sinnvoller Lösungsansatz. Das hätte auch ökonomische und soziale Vorteile, denn die Waren, die wir konsumieren, würden nicht mehr am anderen Ende der Welt unter teils unmenschlichen Bedingungen hergestellt. Unsere Schuhe, Möbel, Textilien und vieles mehr könnten wieder in der Region von lokalen Unternehmen und zu kostendeckenden Preisen produziert werden. Das sichert und schafft nicht zuletzt Arbeitsplätze.  

    Unbestreitbar ist zudem, dass wir mehr auf ressourcenschonendes Verhalten achten müssen. Indem wir wieder mehr reparieren und recyclen und bewusster konsumieren, sparen wir auch Energie.

    Energiewende durch regenerative Energien

    Viele Lösungen für die Energiewende, doch welche sind die richtigen?

    „Ökos“ und Atomenergie waren sich immer spinnefeind. Umso verwunderlicher ist es, dass im Zuge der Energiewende, wenn auch von einer anderen Klientel getragen, die Atomkraft scheinbar wieder hoffähig wird. Eine Lösung, die nur eine Scheinlösung ist, denn eine nachhaltige Energieversorgung ist mit Atomkraft nicht machbar. Wir nutzen die Energiequelle seit über 70 Jahren, eine tragbare Antwort auf die Frage, wie wir mit den strahlenden Resten umgehen, ist bis heute nicht gefunden. Die Atomkraft zeigt auch sehr schön, dass die Diskussion über erneuerbare Energien nicht allein auf die CO-Reduktion verengt werden darf. Bei allen Technologien, die in Zukunft unsere Energieversorgung sichern sollen und mit denen wir „sauberen Strom“ verbrauchen, muss die vollständige Ökobilanz in Betracht gezogen werden.

    Gerade im Verkehrssektor spielt diese Debatte eine wichtige Rolle. Die Kritik entzündet sich vor allem an den für die Elektromobilität notwendigen Rohstoffen Lithium und Kobalt, die für Batterien zum Einsatz kommen. Richtig ist, dass die Gewinnung dieser Rohstoffe Folgen für die Umwelt hat, doch wird z.B. der Anteil der E-Mobilität am Kobaltbedarf weit überschätzt. 

    Die Elektromobilität ist im Verkehrssektor momentan der einzige Weg, schnell technisch eine CO₂-Reduktion zu erreichen. Andere Technologien wie synthetische Kraftstoffe oder Wasserstoff sind derzeit noch nicht einsatzbereit. Welche Lösung sich auch als optimal herausstellt, auch hier gilt das bereits Gesagte: Ein bloßer Ersatz der einen Technik durch die andere kann und wird nicht zielführend sein. Unsere Innenstädte ersticken unter Blechlawinen, von Mobilität und der Freiheit des Fahrens ist nicht viel übriggeblieben. Zwar produzieren Elektroautos weniger Dreck, wenn sie im Stau stehen aber das grundsätzliche Problem wird dadurch nicht gelöst. Andere Verkehrskonzepte müssen her, mit denen sich insbesondere die Zahl privater Fahrzeuge reduzieren lässt. Aber auch die Wirtschaft kann und muss ihren Teil beitragen: Lagerhaltung statt „just in time“-Produktion, Transporte auf die Schiene verlegen, Dienstwagenflotten reduzieren und modernisieren sind da nur einige Möglichkeiten, aktiv zur Energiewende beizutragen.

    Gefährdet die Energiewende die Versorgungssicherheit?

    Rund ein Drittel des Stroms in Deutschland ist heute bereits Ökostrom, das heißt er stammt von erneuerbaren Energieträgern wie Wind, Sonne oder Biomasse. Eine Erfolgsgeschichte, doch die Gegner der Energiewende befürchten, dass die volatilen Energiequellen unsere Energieversorgung nicht zuverlässig sichern. Immer wieder gibt es Berichte über Netzschwankungen, für die die Erneuerbaren Energien verantwortlich gemacht werden. Allerdings widersprach schon 2018 eine Untersuchung des Göttinger Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) dieser Theorie. Die Forscherinnen und Forscher analysierten Messdaten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Finnland, Mallorca, Japan und den USA und fanden ein interessantes Muster: Die Netzfrequenz zeigt alle 15 Minuten eine deutliche Abweichung. Als Ursache dieser Schwankungen wurde der Stromhandel an der Strombörse identifiziert.

    2022 gehen die letzten drei deutschen Atomkraftwerke vom Netz, der Ausstieg aus der Kohleverstromung ist geplant. In dieser Situation malen die Gegner der Energiewende immer öfter das Schreckgespenst der „Dunkelflaute“ an die Wand. Bei fehlendem Wind und Sonnenschein würden wir als Verbraucher danach im Dunkeln sitzen. Aktuelle Berechnungen der Bundesnetzagentur zeigen jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit für solch einen Fall sehr gering ist. Im Durchschnitt gerade einmal rund 40 Minuten im Jahr wäre nicht die komplette Stromversorgung gesichert. Und das hieße auch nicht, dass in ganz Deutschland die Lichter ausgingen. "In dieser Zeit kann der überwiegende Teil der Last gedeckt werden, lediglich ein ganz kleiner Teil könnte nicht am Markt bedient werden", betont die Bundesnetzagentur. So würden zum Beispiel große Abnehmer wie Aluminiumhütten vom Netz gehen, um die Versorgung zu stabilisieren.  

    Fazit

    Die Energiewende wurde eingeleitet, doch wirklich zufrieden sein über ihren Fortgang können wir noch nicht. Es gibt noch viele Hindernisse und eine Menge zu tun, wollen wir unsere Klimaziele erreichen. Insbesondere dem Ausbau der Netzinfrastruktur und einer Infrastruktur an großen und kleinen Stromspeichern kommt hierbei eine entscheidende Rolle zu. Zudem muss auch die „Intelligenz der Systeme“ erhöht werden, also die automatisierte, bedarfsorientierte Steuerung von Stromflüssen, wie wir sie beim Smart Home im kleinen Maßstab bereits anwenden.

    Klar ist auch: Die Energiewende wird keine billige Angelegenheit, weil wir jetzt als Gesellschaft in eine zukunftsfähige Energieversorgung investieren müssen. Eine Tatsache, für die nicht alle Menschen Verständnis haben. Historisch betrachtet ist dies aber keine Ausnahmesituation, sondern eher die Regel: der Ausbau des Schienennetzes für die Bahn, die Elektrifizierung des Landes, die Nutzung der Atomenergie – alle diese Entwicklungen wurden mit Steuermitteln finanziert und somit von der Allgemeinheit getragen. Die Energiewende ist da sogar ein Stück weit gerechter, denn über die EEG-Umlage zahlen vor allem die mehr, die mehr verbrauchen. Mit gewissen Einschränkungen…