Photovoltaik-Zaun: aufrechte PV-Anlage

Ein Photovoltaik-Zaun ermöglicht die Versorgung mit Solarstrom auch dann, wenn kein Platz für eine Dachanlage vorhanden ist. Die Solarmodule werden vertikal angebracht und können auf diese Weise ebenfalls als Gartenzaun, Sicht-, Lärm- oder Windschutz genutzt werden. Für die Effizienz eines PV-Zauns ist jedoch die korrekte Ausrichtung wichtig. Erhalten Sie hier einen Überblick!
Inhaltsverzeichnis

    Photovoltaik-Zaun als Alternative oder Ergänzung zur Dachanlage

    Photovoltaik-Zäune werden aus Solarmodulen konstruiert, die vertikal angebracht werden und auf diese Weise beispielsweise als Sichtschutz dienen können, während sie zugleich Solarstrom erzeugen. Sie können eine Alternative zur Photovoltaik-Dachanlage sein oder auch ergänzend zur Dachanlage genutzt werden, um zusätzlichen Strom zu gewinnen. Erfahren Sie hier mehr über Aufbau, Funktion und Besonderheiten von Photovoltaik-Zäunen. 

    Wie ist ein Photovoltaik-Zaun aufgebaut? 

    Der Aufbau eines Photovoltaik-Zauns (PV-Zauns) unterscheidet sich nicht grundlegend vom Aufbau einer üblichen Photovoltaikanlage, die auf dem Dach angebracht wird. Auch PV-Zäune bestehen aus Solarmodulen, die mithilfe von Kabeln miteinander verbunden werden. Die Kabel werden unsichtbar und gut geschützt in den Zaunpfosten verlegt. Der gewonnene Gleichstrom wird über einen Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt, der dann unter anderem im Haushalt genutzt werden kann. 

    Je nach Hersteller erreicht eine Photovoltaik-Zaunanlage eine Höhe von etwa 1,1 bis 2,0 Metern. Mithilfe von Schraubverbindungen können mehrere Zaunfelder verbunden werden, um so die gewünschte Länge zu erreichen. Für die Solarmodule werden in der Regel Glas-Glas-Module verwendet, da diese besonders widerstandsfähig sind. Die Zaunpfosten bestehen aus feuerverzinktem und pulverbeschichtetem Stahl, sodass der gesamte Photovoltaik-Zaun witterungs- und korrosionsbeständig ist. Die Pfosten werden in den Boden gerammt oder mithilfe von Bohr- oder Betonfundamenten befestigt. 

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    Wie funktioniert die Zaun-PV-Anlage? 

    Die als Zaun konstruierte Solaranlage erzeugt Strom auf Grundlage der Photovoltaik. Im Gegensatz zur Dachanlage wird der Photovoltaik-Zaun vertikal angebracht und daher bisweilen auch als vertikale Photovoltaikanlage bezeichnet. Für die Effizienz einer Zaun-Photovoltaikanlage ist – wie auch bei Dachanlagen – die Ausrichtung entscheidend, das heißt wie oft und mit welcher Intensität Sonnenstrahlung auf die Solarmodule trifft. 

    Damit die Solarmodule möglichst intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, werden PV-Zäune in der Regel in Süd- oder in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt. Die Südausrichtung hat den Vorteil, dass die besonders intensive Mittagssonne auf den Photovoltaik-Zaun trifft, sodass in den Mittagsstunden viel Strom gewonnen werden kann. Noch wirksamer ist jedoch in der Regel eine Ost-West-Ausrichtung, wenn dabei bifaziale Solarmodule zum Einsatz kommen. Diese nutzen beidseitig photoaktive Solarzellen und können daher eintreffendes Licht sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite zur Stromgewinnung nutzen. 

    Wie auch für herkömmliche Photovoltaikanlagen gilt auch bei Zaun-PV-Anlagen: Je mehr Strom zum Eigenverbrauch genutzt wird, desto rentabler die Anlage. Dieser Anteil lässt sich mithilfe eines Stromspeichers steigern, der daher eine sinnvolle Ergänzung zur vertikalen PV-Anlage ist. 

    Photovoltaik als Zaun: verschiedene Einsatzmöglichkeiten

    Es ist möglich, diese Art von Photovoltaik als Gartenzaun einzusetzen und auf diese Weise die Stromkosten des Eigenheims zu senken. Der gewonnene Solarstrom lässt sich nicht nur im Haushalt nutzen, sondern kann auch per Wallbox ein Elektroauto in der Garage, diverse Gartengeräte oder eine Wärmepumpe im Haus versorgen. Im privaten Bereich kann die Photovoltaik nicht nur als Gartenzaun, sondern auch als Terrassenumzäunung oder Begrenzung eines Carports fungieren. 

    Auch im gewerblichen Bereich kommen PV-Zäune zum Einsatz. Da die verwendeten Solarmodule mit einer Anpralllast von bis zu 1.000 Kilogramm sehr robust sind, eignen sie sich auch dazu, Gewerbeflächen oder Parkplätze abzugrenzen. Sie werden in der Landwirtschaft eingesetzt, etwa um Weiden zu umzäunen. Zugleich dient die Photovoltaik als Lärmschutzwand oder als Windschutz. Starkem Regen, Hagel und Temperaturschwankungen halten Photovoltaik-Zäune problemlos stand. 

    Das gilt es bei der Verwendung von PV-Zäunen zu beachten

    Während PV-Zäune eine sinnvolle Ergänzung zur PV-Dachanlage darstellen können und außerdem eine gute Alternative sind, wenn das Dach nicht nutzbar ist, bringen sie im direkten Vergleich aufgrund ihrer vertikalen Ausrichtung weniger Ertrag. Während eine Solaranlage im Schnitt und je nach Ausrichtung pro Kilowatt-Peak etwa zwischen 900 und 1100 kWh Strom im Jahr produziert, sind es bei gleicher Leistung beim Solarzaun etwa zwischen 600 und 750 kWh. Dafür eignen sich Solarzäune aber in der Regel besser bei tiefem Sonnenstand im Winter und in den Morgen- und Abendstunden, während eine Solaranlage auf dem Dach normalerweise in den Mittagsstunden den meisten Strom produziert. Entsprechend ergänzt ein Solarzaun eine PV-Anlage auf dem Dach perfekt, insbesondere dann, wenn er in Ost-West-Ausrichtung aufgestellt wird.

    Ein Photovoltaik-Zaun ist in der Regel häufiger als eine Dachanlage Verschattungen ausgesetzt – etwa durch parkende Fahrzeuge, durch Nachbargebäude oder durch Vegetation in der Nähe. Eine Parallelschaltung der Solarmodule stellt sicher, dass der Photovoltaik-Zaun als Ganzes weiterhin Strom erzeugt, auch wenn einzelne Module verschattet sind. 

    Zu beachten ist bei der Montage die Bodenqualität. Je nach Untergrund kann es erforderlich sein, ein Betonfundament zu gießen. Das eventuelle Auftreten von Grundwasser sollte vorab gründlich geprüft werden. Unter Umständen müssen auch tierschutzrechtliche Vorgaben beachtet werden – beispielsweise eine gewisse Höhe zwischen Erde und PV-Zaun, sodass Kleintiere hindurchpassen. 

    Wichtiger Hinweis: Manche Hersteller bieten Photovoltaik-Zäune zur Selbstmontage an. Dies ist möglich, solange der PV-Zaun eine Spannung von höchstens 120 Volt erreicht. Allerdings muss der Anschluss an den Wechselrichter in jedem Fall von einer qualifizierten Fachperson vorgenommen werden.