Was muss ein Angebot für eine PV-Anlage enthalten?

Der Anschaffung einer Solaranlage gehen etliche Recherchen und Kalkulationen voraus. Sind diese positiv ausgefallen und ist die Entscheidung für den Erwerb einer Anlage schlussendlich gefallen, geht es im nächsten Schritt um die Auswahl eines passenden Anbieters, der die Anlage in all ihren Einzelheiten und Details plant und installiert.

Sind über Online-Plattformen, Zeitungsannoncen oder persönliche Empfehlung mögliche Installateure in der Umgebung gefunden, heißt es: Angebote einholen. Und die fallen manchmal recht verschieden aus. Unterschiede gibt es nicht nur beim Preis, sondern auch in der Detailtiefe, was einen Vergleich erschweren kann. Doch worauf kommt es wirklich an?

Installation einer PV-Anlage
Installation einer PV-Anlage | © pixabay

Formulieren Sie Ihre Vorstellungen

Ein Angebot kann nur so gut sein, wie der Input, den der Fachbetrieb von Ihnen erhält. Nehmen Sie sich also die Zeit, genau zu erklären, was Sie sich vorstellen. Ein professioneller Installateur kommt in der Regel auch bei Ihnen vor Ort vorbei, um sich das Haus anzusehen und sich selbst einen genauen Eindruck zu verschaffen. Gerade bei älteren Dächern kann es vorkommen, das asbesthaltige Materialien verbaut wurden, die eine vorherige Dachsanierung notwendig machen. Diese und ähnliche Probleme sollte der Installateur erkennen und bei seinem Angebot berücksichtigen.

Das schriftliche Angebot, das Sie erhalten, sollte verständlich sein und auf Ihre Fragen eingehen. Es beinhaltet nicht nur eine grobe Übersicht und spricht pauschal von der Installation einer Solaranlage, sondern führt einzelne Positionen auf. Daran lässt sich gut erkennen, ob alle Vorstellungen berücksichtigt wurden, ob überflüssige Positionen enthalten sind und ob der Gesamtpreis schlüssig ist. Bedenken Sie, dass Mängel im Angebot sich auf die Installation auswirken. Bestätigen Sie den Auftrag auf Grundlage eines unvollständigen oder fehlerhaften Angebotes, können zusätzliche Kosten auf Sie zukommen.

Folgendes sollte also bei der Durchsicht und der Bewertung des Angebotes beachtet werden: Passt das Angebot zu den geäußerten Wünschen und Rahmenbedingungen? Ist das Angebot vollständig oder fehlen entscheidende Elemente oder Informationen? Liegen die angeführten Kosten in einem erwartbaren, marktüblichen Rahmen? Ausschläge nach unten oder oben sind gleichermaßen vorsichtig zu bewerten. Fehlen in einem Angebot außerdem wichtige Unterlagen oder Angaben, haben Sie als Bauherr später unter Umständen Schwierigkeiten, Nachbesserungen vom Installateur zu fordern.

Das Angebot

Mit Blick auf den konkreten Inhalt des Angebotsschreibens lassen sich einige Eckpunkte und aufzuführende Positionen festhalten.

Statik-Untersuchung:

Photovolaikanlagen bringen eine zusätzliche Last auf das Dach auf. Eine statische Untersuchung durch einen Architekten ist insbesondere bei älteren Bauwerken sinnvoll. Diese wird durch viele Installateure mit angeboten und entsprechend eingepreist.

Module: 
Um welchen Modul-Typ welchen Herstellers handelt es sich? Welcher Wirkungsgrad ist zu erwarten? Welche Nennleistung mit welcher Leistungstoleranz wird angestrebt? Wie sieht es mit Garantie und Gewährleistung aus?

Wechselrichter: 
Welche Nennleistung und welchen Wirkungsgrad hat das Gerät? Wie ist die Garantieleistung? Welche Extras können erwartet werden (Loggen von Daten, Überwachung der Anlage)?

Montage: 
Wie wird der Aufbau bepreist? Wird ein Gerüst gestellt? Wie groß ist die erwartete Arbeitsleistung?

Verkabelung/ Leitungen:
Wird explizit auf die Kabel eingegangen (DC- und AC-Leitung)? Welchen Querschnitt haben sie, welche Länge, welchen Leistungsverlust.

Blitzschutz:
Ist ein Blitzschutz mit aufgeführt?

Ertragsprognose/ Wirtschaftlichkeitsberechnung:
Hat sich der Installateur die Mühe gemacht, eine schlüssige Ertragsprognose zu erstellen? Trifft sie meine Erwartungen?

Produktunterlagen und Datenblätter:
Sind die Informationen zu den wichtigsten Komponenten beigefügt (z.B. Wechselrichter, Module)?

Belegplan:
Ist eine Skizze ergänzt, die zeigt, wie die Dachfläche mit Modulen belegt werden sollen? Ist die vorgeschlagene Belegung schlüssig und sinnvoll?

Wartung:
Wird bereits darauf hingewiesen, in welchem Umfang die Anlage gewartet werden muss und was die zu erwartenden Kosten dafür sind?

Preis und Zahlungsbedingungen:
Liegt der Preis in einem erwartbaren Rahmen? Kann ich mir daraus den Preis pro Kilowatt peak erschließen? Sind die genauen Zahlungsbedingungen und auch eine Bindefrist genannt?

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