Muss ich meine PV-Anlage anmelden?

Eine Photovoltaikanlage muss nach der Installation der Bundesnetzagentur und dem Netzbetreiber sowie dem Finanzamt gemeldet werden. Dabei sind bestimmte Formalitäten und Fristen einzuhalten.

Anmeldung bei der Bundesnetzagentur

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) müssen Betreiber einer Solaranlage diese bei der Bundesnetzagentur anmelden. Die Anmeldung lässt sich in wenigen Schritten über das Portal der Bundenetzagentur im Internet vornehmen. Dafür müssen folgende Daten übermittelt werden: Name, Anschrift und Emailadresse des Anlagenbetreibers, Standort der Anlage, Nennleistung in kWp und der Tag der Inbetriebnahme. Diese sogenannten Stammdaten der PV-Anlage werden im Marktstammdatenregister eingetragen. Die PV-Anlage sollte vor oder spätestens am Tag der Inbetriebnahme angemeldet werden. Die Anmeldung bei der Bundesnetzagentur ist unumgänglich. Wer sie versäumt, hat keinen Anspruch auf Einspeisevergütung. Außerdem sind Solarstromerzeuger verpflichtet, der Bundesnetzagentur jährlich den im Vorjahr erzeugten Strom bekannt zu geben. Wer sich nicht daran hält, muss mit Sanktionen rechnen. Details dazu sind im „Leitfaden zur Eigenversorgung“ zu finden.

Anmeldung beim Netzbetreiber

In Deutschland sind Netzbetreiber laut EEG verpflichtet, Strom aus Photovoltaikanlagen ins Netz einzuspeisen. Sie zahlen im Übrigen auch die Einspeisevergütung. Dafür muss die Solaranlage aber entsprechend bei ihnen angemeldet sein und ein Antrag auf Netzanschluss gestellt werden. Der Netzbetreiber hat das Recht, eine Netzverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Gewöhnlich gibt es bei Anlagen bis zu 10 kWp keine Probleme. Gleichwohl ist zu beachten, dass der Netzbetreiber dafür laut Gesetzgebung bis zu acht Wochen Zeit hat. Nach Installation der PV-Anlage wird ein sogenanntes Inbetriebnahmeprotokoll erstellt. Das Protokoll wird dann zusammen mit der Bescheinigung der Bundenetzagentur an den Netzbetreiber übermittelt und die Einspeisevergütung kann ausgezahlt werden.

Anmeldung beim Finanzamt nicht vergessen!

Wer seinen selbst erzeugten Solarstrom ins Netz einspeist und dafür eine Einspeisevergütung erhält, erzielt steuerrechtlich gesehen Einnahmen, auf die die Umsatzsteuer fällig wird. Das heißt die Anmeldung beim Finanzamt ist notwendig und sollte möglichst innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme der PV-Anlage erfolgen, um unnötige Komplikationen zu vermeiden.

Für die Anmeldung gibt es Formulare, mit denen die persönlichen Daten und die Art und Höhe der geschätzten Einnahmen übermittelt werden. Auf Basis dieser Informationen bestimmt das Finanzamt, ob Steuervorauszahlungen wie z.B. Umsatzsteuer zu leisten sind und welche Steuererklärungen und Voranmeldungen künftig abgegeben werden müssen. Wer diesen Aufwand vermeiden will, optiert auf die Kleinunternehmerregelung. Voraussetzung hierfür ist, dass der Umsatz weniger als 17.500 Euro pro Jahr beträgt. Das heißt, der Betreiber muss keine Umsatzsteuerbeträge aus seinen Verkäufen abführen, kann aber auch keine aus den Rechnungen anderer Unternehmen, z.B. für die Installation der Anlage geltend machen. Wer sich nicht rechtzeitig anmeldet, für den wählt das Finanzamt automatisch die Kleinunternehmerregelung.

Anlagenbetreiber, die einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, müssen berücksichtigen, dass die Umsätze der PV-Anlage und ihrer selbstständigen Tätigkeit zusammengerechnet werden und so das Überschreiten der Umsatzgrenze wahrscheinlicher wird.

Wer seinen Strom nicht einspeist oder an Dritte verkauft (Inselanlage) muss sich nicht um die Anmeldung beim Finanzamt kümmern.

Muss ein PV-Anlagen als Gewerbe angemeldet werden?

Die Gewerbeanmeldung beim Gewerbe- oder Ordnungsamt ist von der Anmeldung der gewerblichen Tätigkeit beim Finanzamt zu unterscheiden (s. oben).

Da die Gewerbesteuer von den Kommunen eingezogen wird, sind spezifische Regelungen vor Ort ausschlaggebend. Die Steuer wird erst ab einem Gewinn von über 24.500 Euro fällig. Liegen die Einnahmen aus der Photovoltaikanlage dauerhaft unter diesem Wert, ist in den allermeisten Fällen die Anmeldung eines Gewerbes ist also unnötig.

 

Überschlagsrechnung: 1 kWp erzeugt ca. 1.000 kWh / a

1 kWh wird mit ca. 0,09 Euro vergütet (gesetzliche Einspeisevergütung)

Daraus folgt: 1 kWp erwirtschaftet ca. 90 Euro im Jahr
bzw. 1.000 Euro Umsatz entsprechen ca. 11 kWp Anlagenleistung

Alle Zahlen gelten bei vollständigem Verkauf des erzeugten Stroms an den Netzbetreiber. Bei einer typischen PV-Anlage ohne Energiemanagement oder Speicher liegt der Eigenverbrauch bei ca. 20 bis 30 Prozent, d.h. der Umsatz pro kWp sinkt entsprechend bzw. es ist eine größere Anlagenleistung (ca. 14-16 kWp) nötig, um 1.000 Euro Umsatz zu generieren.

Das Rechenbeispiel zeigt, dass die Grenzwerte für Umsatz- und Gewerbesteuer mit einer Standard-PV-Anlage nicht überschritten werden.

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