Was ist die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage dient dazu, den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu finanzieren. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom aus regenerativen Quellen abzunehmen und dem Erzeuger dafür einen festgelegten Betrag dafür zu zahlen. Die Netzbetreiber geben diesen Preis an die vier großen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) weiter. Diese verkaufen den Strom an der Strombörse. Allerdings ist der dort erzielbare Preis meist deutlich geringer als der für die Einspeisevergütung gezahlte, was durch die EEG-Umlage ausgeglichen wird.

Alternativ können Anlagenbetreiber ihren Strom auch selbst vermarkten und erhalten hierfür seit 2012 eine Marktprämie. Diese wird ebenfalls durch die Umlage finanziert.

Das EEG-Konto – um Ausgleich bemüht

Das sogenannte EEG-Konto wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern geführt. Jeweils im Oktober eines Jahres legen diese die Höhe der EEG-Umlage pro Kilowattstunde für das Folgejahr fest. Grundlage dafür sind die prognostizierten Einnahmen und Ausgaben für das nächste Kalenderjahr und die Differenz zwischen den tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben zum Zeitpunkt der Festlegung der Umlage. Die Einnahmen ergeben sich aus den Erlösen der Stromvermarktung; die Ausgaben kommen durch die Zahlungen für Einspeisevergütungen und Marktprämie sowie die Kosten der Vermarktung und eine Liquiditätsreserve zustande.

Die Differenz zwischen Kosten und Erlösen wird durch die EEG-Umlage ausgeglichen. Diese Umlage zahlen alle Verbraucher als Teil ihres Strompreises, oder anders ausgedrückt: Alle Verbraucher finanzieren den Ausbau der Erneuerbaren Energien gleichermaßen.

Leider ist das nur in der Theorie so, denn in der Praxis können sich besonders energieintensive Unternehmen von der EEG-Umlage befreien lassen. Die Begründung hierfür: Die hohen Energiekosten würden der internationalen Konkurrenzfähigkeit schaden. Privatkunden haben keine Möglichkeit, sich von der EEG-Umlage befreien zu lassen und zahlen entsprechend mehr. Der Ausbau der Erneuerbaren wird also insbesondere für Normalverbraucher teuer, was immer wieder zu Unmut hinsichtlich der Energiewende führt.

Hinzu kommt, dass auch auf den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom die EEG-Umlage zu zahlen ist. Allerdings sind Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von weniger als 10 kWp und einem Eigenverbrauch von höchstens 10 MWh pro Kalenderjahr von dieser Form der EEG-Umlage befreit. Daneben gibt es zahlreiche Sonderregelungen, die eine Reduzierung oder sogar Befreiung von der EEG-Umlage ermöglichen. Diese Sonderregelungen werden unter dem Stichwort „Eigenversorgung“ geregelt.

EEG-Umlage – keine Festgröße

Seit dem Inkrafttreten des EEGs haben sich der Ausgleichsmechanismus und die Berechnung der EEG-Umlage mehrmals geändert.

Besonders einschneidend war die seit dem 1. Januar 2010 gültige Ausgleichsmechanismenverordnung (AusglMechV) zum EEG. Seit Inkrafttreten der Rechtsverordnung müssen Übertagungsnetzbetreiber den erzeugten Strom an der Strombörse handeln. Zuvor konnten die Versorgungsunternehmen vor Ort den Strom direkt abnehmen und an ihre Endkunden weiterverkaufen.

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