Die PV-Anlage auf dem Dach: Welche Lösungen gibt es?

Für die Installation von Solaranlagen auf Dächern hält der Markt im wesentlichen drei Lösungen parat:

  • Auf-Dach-Lösungen, bei denen die Photovoltaikanlage mit einer Unterkonstruktion auf das vorhandene Dach aufgesetzt
  • In-Dach-Lösungen, bei denen die Solarpanels direkt anstelle der schützenden Dachabdeckung auf den Dachlatten montiert werden und so die Dacheindeckung vollständig oder teilweise zu ersetzen
  • Solardachziegel

Für welche der drei Möglichkeiten sich der zukünftige Anlagenbetreiber entscheidet, hängt von technischen, finanziellen und ästhetischen Fragen ab.

Auf-Dach-PV-Anlagen

Mit einer zusätzlichen Unterkonstruktion können Photovoltaikanlagen direkt auf dem Dach montiert werden. Der Zustand des Daches sollte so sein, dass in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten keine Erneuerung notwendig wird. Für die Montage werden Dachziegel entnommen und auf den Dachsparren Haken gesetzt, die das Gestell für die Module tragen. Nach dem Setzen der Haken werden die Dachziegel wieder eingefügt. Die alte Dacheindeckung bleibt also bestehen, ebenso wie ihre Funktion als Witterungs- oder Wärmeschutz. Positiver Nebeneffekt: Die Auf-Dach-Photovoltaikanlage verringert durch Verschattung der darunterliegenden Dachsteine die thermische Belastung des Dachgeschosses. Der Abstand zwischen Dach und Anlage ermöglicht eine gute Hinterkühlung und damit eine hohe Effizienz der Module.
Ein Großteil der Photovoltaikanlage auf Privathäusern wird als Auf-Dach-Anlage ausgeführt.

In-Dach-Module

Eine Alternative zu Auf-Dach-Anlagen sind gebäudeintegrierte Anlagen, bei denen die Solarmodule die Dacheindeckung komplett oder teilweise ersetzen. Bei diesen sogenannten In-Dach-Anlagen übernehmen die Module die schützende Funktion der Dachhaut und sind selbst besser vor Witterungseinflüssen geschützt. Die Hinterkühlung der Module ist allerdings etwas schlechter als bei Auf-Dach-Anlagen.
Die Montage der Solarmodule erfolgt direkt auf den Dachlatten, zusätzliche Rahmen und Befestigungssysteme sind nicht nötig. Insbesondere wenn ein Gebäude mit Schrägdach neu gebaut wird, lohnt es sich, die PV-Anlage ins Dach zu integrieren. Ein Teil der Kosten für Dachziegel und die Arbeit des Dachdeckers entfallen. Auch bei einer Runderneuerung des Daches kann dank der In-Dach-Bauweise gespart werden.
In-Dach-Solaranlagen bieten zudem einen ästhetischen Mehrwert: Die Module fügen sich mit ihrem schmalen Profil ideal in ein Dach ein und machen das Haus zum Blickfang.

Solarziegel

Eine weitere Möglichkeit zur Integration von Photovoltaikanlagen in die Dachhaut sind sogenannte Solardachziegel oder Solarpfannen. Das sind Photovoltaikmodule in Form von Dachziegeln oder Dachpfannen. Die Solardachziegel können anstelle herkömmlicher Ziegel zur Deckung des Daches verwendet werden. Die Idee klingt gut, doch lässt sich das Konzept in der Praxis nicht immer problemlos umsetzen. Solarziegel lassen sich zwar ebenso wie konventionelle Dachziegel verlegen, doch müssen die einzelnen Solardachziegel vom Fachmann Stück für Stück elektrisch miteinander verbunden werden. Das ist extrem zeitaufwändig und damit kostenintensiv. Bei ca. 15 Dachziegeln pro Quadratmeter Dachfläche ergibt sich zudem eine hohe Zahl potentieller Fehlerquellen. Private Investoren setzen die Solardachziegel deshalb nur im Ausnahmefall ein, zum Beispiel bei denkmalgeschützten Häusern.

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