Steuer auf den Eigenverbrauch von Photovoltaik-Strom

Wer für seine Photovoltaikanlage die Regelbesteuerung gewählt hat, muss nicht nur die Umsatzsteuer auf den verkauften Strom bezahlen. Auch auf den Eigenverbrauch fällt die Steuer an. Berechnet werden kann diese nach verschiedenen Verfahren. Welche das günstigste ist, lässt sich nur individuell entscheiden.
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    Steuer auf den Eigenverbrauch aus der Photovoltaik-Anlage

    Manche Betreiberinnen und Betreiber von PV-Anlagen mag es verwundern aber auf selbst verbrauchten Solarstrom vom eigenen Dach ist eine Steuer zu zahlen. Grund dafür ist die Behandlung als Unternehmen - der Eigenverbrauch gilt als Selbstentnahme (private Nutzung eines unternehmerischen Gewinns). Wer allerdings auf die Kleinunternehmerregel optiert hat, muss sich mit diesem Thema nicht befassen.

    Wann ist die Steuer auf Photovoltaik-Eigenverbrauch zu zahlen?

    Bei der Steuer auf den Eigenverbrauch von selbst erzeugtem Solarstrom handelt es sich um eine Form der Umsatzsteuer. Zahlen muss diese nur, wer die Regelbesteuerung gewählt hat, d.h. Umsatzsteuerbeträge aus Einnahmen und Ausgaben gegeneinander verrechnen kann. Wurde auf die Kleinunternehmerregelung optiert, spielt das Thema keine Rolle. Das gilt auch, wenn nach Ablauf der entsprechenden Fristen von der Regelbesteuerung auf die Kleinunternehmerregelung umgestellt wurde: Ab diesem Zeitpunkt muss der Eigenverbrauch nicht mehr versteuert werden.

    Ein Sonderfall ist die teilweise Vorsteuererstattung. Dabei wird die Photovoltaikanlage rechnerisch in eine gewerblich und eine privat genutzte Anlage aufgeteilt. Gewerbliche ist der Teil, der zur Erzielung von Einkünften durch den Verkauf von Solarstrom dient. Das heißt, hierüber werden die Einnahmen aus der Einspeisevergütung steuerlich verrechnet. Macht die gewerbliche genutzte Teilanlage zum Beispiel nur 60 Prozent der Gesamtanlage aus, können auch nur 60 % der Vorsteuer angesetzt werden. Der Strom der privaten Teilanlage kann bis zu den verbleibenden 40 % verbraucht werden, ohne dass dafür eine Umsatzsteuer zu entrichten ist.

    Neben der Option für die Kleinunternehmerregelung gibt es weitere Ausnahmen. Wer keinen Strom verkauft (einspeist), muss auch die Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch nicht zahlen. Das gilt bei genauer Betrachtung nur für Inselanlagen. Jedoch: Wer mehr als 90 % seines PV-Stroms selbst nutzt, darf die PV-Anlage nach Umsatzsteuergesetz nicht dem Unternehmensvermögen zuordnen. Damit entfällt auch die Pflicht zur steuerlichen Betrachtung der Anlage.

    Ob auf den Eigenverbrauch eine Umsatzsteuer zu zahlen ist, hängt auch davon ab, ob die Photovoltaikanlage vor dem 31.3.2012 oder erst danach in Betrieb genommen wurde. Erfolgte die Inbetriebnahme vor dem Stichtag, wird keine Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch fällig.

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    Rechtliche Grundlagen der Eigenverbrauchssteuer

    Wie bereits erwähnt: Wenn die Vorsteuererstattung in Anspruch genommen wird (Regelbesteuerung), muss der Eigenverbrauch in die steuerliche Betrachtung der Photovoltaikanlage einbezogen werden. Bei der Nutzung des selbst erzeugten Stroms handelt es sich steuerrechtlich um eine „Entnahme von Betriebsvermögen bzw. Betriebsmitteln für private Zwecke“. Auf diese Privatentnahme ist die Umsatzsteuer zu entrichten. Da es sich nicht um eine Entnahme von notwendigem Betriebsvermögen handelt, ist der Eigenverbrauch in dieser Hinsicht unbedenklich.

    In welcher Höhe ist die Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch zu zahlen?

    Der Umsatzsteuersatz für den Eigenverbrauch beträgt die üblichen 19 %. Allerdings stellt sich die Frage nach der Bezugsgröße, also worauf diese 19 % zu zahlen sind. Bei genauer Betrachtung müsste die Umsatzsteuer auf die Gestehungskosten anfallen, d.h. die Kosten für die Erzeugung des Solarstroms müssen als Basis der Berechnung dienen.

    Diese Ermittlung der Umsatzsteuer ist möglich, allerdings aufwändig. Es besteht daher die Möglichkeit, die Umsatzsteuer auf Basis des Wiederbeschaffungswertes – der entspricht dem Preis für Netzstrom – oder unter Nutzung eines Pauschalbetrages zu ermitteln. 

    Rechenbeispiele für alle drei Ansätze

    Pauschale Ermittlung

    Jede Kilowattstunde Eigenverbrauch wird mit einem Strompreis von 20 Cent angesetzt. Auf den ermittelten Betrag sind 19 % Umsatzsteuer zu zahlen.

    z.B.: 2.000 kWh x 0,20 Euro/kWh = 400 €; 400 € * 19 % = 78 €

    Wiederbeschaffungswert ansetzen

    Der Eigenverbrauch wird mit dem Netto kWh-Preis (ohne MwSt.) des Netzbetreibers multipliziert.

    z.B.: 2.000 kWh x 0,25 Euro/kWh = 500 €; 500 € * 19 % = 95 €

    Herstellungskosten ansetzen

    Dazu sind die Betriebsausgaben (Abschreibung, Zinsen, Wartung etc.) mit dem Eigenverbrauchsanteil zu multiplizieren.

    z.B. (500 € + 300 € + 200 €) x 2.000 kWh / 6.000 kWh = 1.000 € x 30 % = 333 €

    333 € x 19 % = 63,27 €