Entsorgung und Recycling von PV-Anlagen

Die meisten Photovoltaikanlagen haben eine stattliche Lebensdauer von bis zu dreißig Jahren. Haben Witterung und Nutzung ihre Spuren an den Solarzellen hinterlassen, wird deren Leistung eines fernen Tages nicht mehr befriedigend sein. Wo man die Photovoltaik-Komponenten dann entsorgen kann und ob dabei Kosten anfallen, erklären wir hier.
Inhaltsverzeichnis
Lesezeit ca.

    Wo und wie ist eine Photovoltaikanlage zu entsorgen?

    Ist trotz regelmäßiger Wartung einer Photovoltaikanlage und gewissenhafter Reinigung der Solarmodule deren Leistungsfähigkeit irgendwann nicht mehr ausreichend hoch, kann es sein, dass die Anlage schlicht und einfach ihre Altersgrenze erreicht hat.

    Möchte man sie dann durch eine neue Photovoltaikanlage (PV-Anlage) ersetzen, stellt sich die Frage, was mit den alten Komponenten nach dem Abbau geschehen soll. Die Komponenten der Solaranlage dürfen nicht im Haushaltsmüll entsorgt werden. Stattdessen müssen etwa die Solarmodule auf einen Wertstoffhof oder zu einer Rücknahmestelle des Herstellers gebracht werden. Der Besuch auf der Homepage der Stadt oder Kommune gibt darüber Aufschluss, an welchen Stellen welche Wertstoffe angenommen werden.

    Die Entsorgung von Solarmodulen und anderen PV-Anlagenteilen bringt für private Verbraucher keine Kosten mit sich. Das liegt daran, dass die Hersteller von Solarmodulen gemäß Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) dazu verpflichtet sind, Altkomponenten auf eigene Kosten von den Wertstoffhöfen abzuholen und zu entsorgen.

    Das gilt zumindest bei „haushaltsüblichen Mengen“. Was darunter zu verstehen ist, variiert je nach Kommune. Meist werden Maximalmengen als Stückzahl von Module oder als von den Modulen eingenommene Fläche angegeben. Ist die Zahl zu entsorgender Solarmodule größer, empfiehlt sich die Abstimmung mit der kommunalen Abgabestelle im Vorfeld.

    Auch einzelne Komponenten einer Photovoltaikanlage -etwa der Wechselrichter oder Solarbatterien - müssen auf Anfrage des Verbrauchers vom Hersteller der Solaranlage kostenlos abgeholt und entsorgt bzw. recycelt werden.

    Entsorgung einer PV-Anlage

    Falls die PV-Anlage nicht privat, sondern von einem Unternehmen betrieben wurde, und die Solaranlage vor Inkrafttreten der neuen WEEE-Richtlinie angeschafft worden war, ist die Entsorgung hingegen kostenpflichtig.

    Fachgerechte Entsorgung von PV-Modulen

    Bei Abbau und Entsorgung der Module ist unbedingt darauf zu achten, dass diese nicht beschädigt werden. Aus zerbrochenen Modulen können umweltschädigende Stoffe wie Cadmium oder Blei ausgewaschen werden und in den Boden gelangen. Um dies zu vermeiden, ist die fachgerechte Entsorgung der Solarmodule, egal ob auf dem Wertstoffhof oder nach Abholung durch den Hersteller, unbedingt zu garantieren.

    Worauf man bei der Entsorgung von Solaranlagen im Einzelnen achten muss, hat der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) in einem Merkblatt zusammengestellt.

    Recycling von Solaranlagen

    Hat eine PV-Anlage ausgedient, können einzelne Elemente der Solarmodule und Komponenten wie Wechselrichter oder Solarbatterien recycelt werden. Abermals nutzbar sind beispielsweise Cadmium und Blei, aber auch in der PV-Anlage enthaltenes Kobalt, ferner Nickel, Kupfer, Silber, Glas und Aluminium. Zuständig für das Recycling von Photovoltaikanlagen sind darauf spezialisierte Entsorgungsunternehmen, welche die einzelnen Komponenten einer Solaranlage in der Regel im Auftrag des Herstellers bei den Verbrauchern und Wertstoffhöfen abholen und anschließend aufbereiten.