Photovoltaik-Kosten beim Kauf einer Photovoltaikanlage

Die Frage nach den Kosten einer Photovoltaikanlage lässt sich nur schwer pauschal beantworten. Angaben in Euro pro Kilowattpeak installierter Leistung helfen nur bedingt weiter, da sich damit nur gleichgroße Anlagen vergleichen lassen. Auch hängt der Preis von zusätzlichen Komponenten ab, die beeinflussen, wie schnell sich die Anlage amortisiert.
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    Mit einer Photovoltaikanlage lässt sich kostengünstige und saubere Energie vom eigenen Dach gewinnen. Positiver Nebeneffekt: Der eigene Solarstrom macht unabhängiger von den großen Stromanbietern.

    Dass nicht jeder Hausbesitzer und jede Hausbesitzerin die frei verfügbare Solarenergie nutzt, hat auch damit zu tun, dass die Anschaffung einer Photovoltaikanlage nicht gerade billig ist. Wer sich für Solarstrom entscheidet, muss sich Gedanken über Finanzierung, Fördermöglichkeiten und den zu erwartenden Ertrag der PV-Anlage machen.

    Wie jede Investition lohnt sich der Kauf einer PV-Anlage erst dann, wenn diese in einem überschaubaren Zeitraum ihre Kosten wieder einspielt. Laut einer Studie des Fraunhofer-Institutes für Solare Energiesysteme liegen die Gestehungskosten (Kosten für die Erzeugung) einer kWh Solarstrom bei Kleinanlagen zwischen 7,23 Cent im Süden Deutschlands und 11,54 Cent im sonnenärmeren Norden. Der Preis für Netzstrom liegt bei ca. 30 Cent pro kWh. Jede kWh Solarstrom, die selbst verbraucht und nicht aus dem Netz bezogen wird, spielt somit ca. 20 Cent ein. Die Einspeisegebühr liegt hingegen unter 10 Cent pro kWh. Daher ist der sogenannte Eigenverbrauch inzwischen der wesentliche Treiber für die Reinvestition der Photovoltaikanlage. Das hat zur Folge, dass Anlagen heute größer geplant werden, häufig mit einem Speicher als Komplettanlage, und der Solarstrom auch für die Mobilität und die Klimatisierung des Heims genutzt wird. Diese Entwicklung erhöht die initialen Investitionskosten, sorgt langfristig aber für eine höhere und zusätzlich für mehr Unabhängigkeit vom Netzstrom.

    Was kostet eine PV-Anlage?

    Die Investitionskosten für eine PV-Anlage sind von mehreren Faktoren abhängig:

    • Größe der Anlage
    • verwendete Module
    • Installationskosten

    Die Größe der PV-Anlage wird im Wesentlichen von zwei Faktoren bestimmt – der zur Verfügung stehenden Dachfläche und dem angestrebten Stromertrag. Letzterer sollte so gewählt werden, dass er den Jahresverbrauch des Haushaltes rechnerisch decken kann. Verbraucht eine vierköpfige Familie 4.500 kWh im Jahr, sollte die Anlage nicht kleiner als 5 kWp sein.

    Die Art der Solarmodule und die Größe der PV-Anlage stehen in einem indirekten Zusammenhang. Besonders leistungsfähige Module benötigen weniger Fläche, um den erwünschten Ertrag zu erzielen. Die Leistungsfähigkeit drückt sich aus in der vom Hersteller angegebenen Nennleistung der Module aus. Besteht eine PV-Anlage zum Beispiel aus Modulen, werden für eine 5 kWp-Anlage 16,7 also 17 Module benötigt. Bei Modulen mit 350 Wp Nennleistung sind es nur noch 14,3 also 15 Module. Allerdings steigen die Kosten der Module mit der Nennleistung, weshalb bei Vergleichen der Euro-pro-Kilowattpeak-Wert (Euro / kWp) herangezogen werden sollte. Recherchiert man nach den Kosten für eine Photovoltaikanlage findet man Werte zwischen 1.300 und 1.800 Euro pro Kilowattpeak inklusive Installation. Hauptgründe für die große Spannbreite sind die Personal- und die Materialkosten.

    Es ist üblich, dass in Angeboten für eine Photovoltaikanlage die Installationskosten enthalten sind. Diese unterscheiden sich von Region zu Region teilweise stark, was vor allem auf die Nachfrage vor Ort zurückzuführen ist. Eine gleichartige PV-Anlage im Süden kostet in der Regel mehr als im Norden der Republik. Aber auch wenn die Installationskosten hoch sein mögen: Die Arbeit des Photovoltaik-Installateurs Photovoltaik Installateur finden], das Montieren der Photovoltaikanlage auf dem Dach und ihr elektrischer Anschluss ist nichts für Laien, allein schon aus Gründen der Versicherung.

    Auch wenn die Kosten einer Photovoltaikanlage in Euro pro Kilowattpeak angegeben werden, so steigen diese Kosten nicht linear mit der Größe an. Kleine Anlagen um 3 kWp sind wirtschaftlich kaum rentabel, hier liegt der Preis häufig bei 2.000 und mehr Euro pro Kilowattpeak, was am verhältnismäßig hohen Anteil der Installationskosten liegt.

    Für wirtschaftliche PV-Kleinanlagen auf einem Einfamilienhaus sollte eine Größe von 5 bis 15 kWp eingeplant und Kosten zwischen 8.000 und 20.000 Euro veranschlagt werden. Dank der Einsparung bei den Stromkosten amortisiert sich die Investition in der Regel innerhalb von acht bis zwölf Jahren. Was die Photovoltaikanlage insgesamt an Rendite abwirft, hängt von der Lebensdauer der Anlage, dem Leistungsverlust der Module sowie von notwendigen Reparaturkosten, Kreditzinsen etc. ab.

    Photovoltaik Kosten

    Soll die PV-Anlage um einen Speicher ergänzt werden?

    Lange Zeit wurde eine Photovoltaikanlage hauptsächlich über die Einspeisevergütung refinanziert. Der durchschnittliche Eigenverbrauch einer Anlage ohne Speicher oder die Integration von Großverbrauchern wie der Ladestation für ein E-Auto oder eine Wärmepumpe liegt bei ca. 30 %. Mit einem Speicher und / oder besagten Großverbrauchern lässt sich der Eigenverbrauch an Solarstrom deutlich erhöhen, typischerweise auf 80 %. Der finanzielle Gewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen den Gestehungskosten für den Solarstrom und den Kosten für Netzstrom.

    Auch wenn die Preise in den vergangenen Jahren deutlich gesunken sind, und sich die Batteriespeicher immer mehr zum Massenprodukt entwickeln, schlägt die Investition noch immer mit ca. 1.000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität zu Buche. Die Anschaffung muss somit gut durchkalkuliert sein, steht der finanzielle Nutzen im Vordergrund. Sind das vorrangigen Ziele die größere Unabhängigkeit vom Netzstrom-Anbieter und der Schutz der Umwelt, dann ist ein Stromspeicher unbedingt eine sinnvolle Investition.

    PV Anlagen sinnvoll finanzieren

    Zur Sicherung der Investition ist eine nachhaltige Finanzierung notwendig. Noch vor dem Kauf der PV-Anlage muss deshalb geklärt werden, welche Kredite oder Förderungen für die Finanzierung des Vorhabens in Betracht kommen.  

    Finanzierung im Vorfeld abklären

    Zur Finanzierung einer Photovoltaikanlage stehen verschiedene Möglichkeiten offen: Eigenkapital, ein Bankkredit oder eine Photovoltaik-Förderung durch öffentliche Programme. Ist nicht genügend Eigenkapital vorhanden bzw. sollen die Mittel nicht gebunden werden, kann ein Solarkredit in Betracht gezogen werden. Dabei sollten die Konditionen der einzelnen Banken miteinander verglichen werden, um das günstigste Angebot zu finden. Wichtig sind hier u.a.:

    ●       Laufzeit

    ●       Zinsbindung

    ●       Rückzahlungsmodalitäten

    Fördermöglichkeiten abwägen

    Förderungen für Photovoltaikanlagen, Speicher oder Ladestationen gibt es in Form zinsverbilligter Kredite, von Zuschüssen oder steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten. Träger der Förderung sind der Bund über die KfW, die Bundesländer oder einzelne Kommunen.

    Allen Betreibern von Photovoltaikanlagen, die ihren überschüssigen Solarstrom ins öffentliche Netz einspeisen, steht laut EEG die Einspeisevergütung zu. Diese zahlt der Netzbetreiber an den Einspeiser. Strom, der nicht selbst verbraucht werden kann, trägt durch den Verkauf zur Refinanzierung der Anlage bei.

    Die Kosten einer Photovoltaikanlage sind u.a. von der Größe abhängig.

    Wo lassen sich Kosten bei einer Photovoltaikanlage sparen?

    Die Investitionskosten für eine PV-Anlage liegen wie bereits dargestellt, bei mehreren Tausend Euro. Ob der Installateur teure oder günstige Module aufs Dach bringt, hat keinen Einfluss auf den Preis für die Installation. Anwender haben deshalb nur die Möglichkeit, bei den Modulkosten selbst zu sparen. Die Module sind jedoch das „Herz“ der Photovoltaikanlage, denn sie wandeln die Sonnenenergie in Strom um. Wirtschaftlich ist es deshalb sinnvoll, in Module zu investieren, die langfristig sichere Erträge erzielen. Glas-Glas-Module, bei denen die Solarzellen zwischen zwei schützenden Glasscheiben eingebettet sind, haben eine deutlich längere Lebensdauer als die billigeren Glas-Folie-Module. Ein weiterer Vorteil der Doppelglas-Module ist der bessere Schutz der Solarzellen vor Luftfeuchtigkeit oder aggressiven Substanzen. Dies führt dazu, dass auch die Leistungsfähigkeit der Glas-Glas-Module langfristig erhalten bleibt, während sie bei Glas-Folie-Modulen ab einem bestimmten Zeitpunkt deutlich abnimmt. Insgesamt bedeutet das, dass sich mit Glas-Glas-Modulen etwa 30 % höhere Mehrerträge erzielen lassen. Liegen die Kosten 10 oder 20 Prozent höher, lohnt sich die zusätzliche Investition langfristig also.

    Welche Kosten fallen bei einer Photovoltaikanlage noch an?

    Nach der Installation der PV-Anlage fallen einmalige Netzanschlusskosten sowie die Kosten für Kauf oder Miete eines Einspeisezählers an. Da der Kaufpreis des Zählers recht hoch ist, entscheiden sich die meisten Anlagenbetreiber für die Miete.

    Photovoltaikanlagen sind recht wartungsfrei, trotzdem empfiehlt sich eine jährliche Durchsicht. Am besten schließt man dazu einen Wartungsvertrag mit dem Solarteur ab, der die Anlage installiert hat und diese somit auch am besten kennt.

    Photovoltaikanlagen auf Schrägdächern haben eine „Selbstreinigungsfunktion“, das heißt Laub und Schmutz werden recht zuverlässig beim nächsten Regen abgespült. Um das Festsetzen aggressiverer Substanzen wie Tierkot zu verhindern, empfiehlt sich eine jährliche Reinigung durch eine Fachfirma.

    Unwetter wie Hagel oder Sturm, Diebstahl oder ein technischer Defekt können dafür sorgen, dass die Photovoltaikanlage beschädigt wird oder nicht den gewünschten Ertrag bringt. Eine Absicherung der Investition ist deshalb unbedingt sinnvoll.

    Die Module einer Photovoltaikanlage haben eine Lebensdauer von 20 Jahren und länger. Die Lebensdauer des Wechselrichters liegt bei 10 bis 15 Jahren. Das Gerät muss also während des Betriebs der Photovoltaikanlage mit großer Wahrscheinlichkeit ausgetauscht werden. 

    Bieten Photovoltaikanlagen eine gute Rendite?

    Zahlen dazu, welche Rendite eine Solaranlage abwirft, unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander. In Abhängigkeit von aktuellem Strompreis und eingesetztem Kapital ermittelt das Fraunhofer ISE für PV-Kleinanlagen eine Eigenkapital-Rendite von 5% (Seite 11 der oben zitierten Studie). Die Zeitschrift „Finanztest“ kommt gar zu dem Schluss: „Unter optimalen Bedingungen kann ihre Rendite [von Photovoltaikanlagen] sogar zweistellig ausfallen.“ (Finanztest 12/2017)

    Die Preisentwicklung bei der Technik, steigende Strompreise und die Möglichkeit, Dank intelligenter Steuerungen und/oder Batteriespeichern einen relevanten Teil des Stromes selbst zu verbrauchen, sorgen dafür, dass die Rendite tendenziell steigt. 

    Anzumerken ist hierbei, dass sich bei reinem Rendite-Interesse sicher profitablere Anlagemöglichkeiten finden lassen. Für die meisten privaten Betreiber von PV-Anlagen stehen aber Unabhängigkeit und Umweltschutz im Vordergrund.

    Grundsätzlich gilt jedoch: Photovoltaikanlagen bringen eine vergleichsweise gute Rendite, sind also attraktive Geldanlagen. Um genauere Berechnungen anstellen zu können, müssen Faktoren wie Anlagengröße und -ausstattung, die Kosten für Installation und Betrieb der Solaranlage und die Konditionen der Finanzierung berücksichtigt werden. Deshalb kann die Frage, ob sich eine PV-Anlage für Sie lohnt, nur individuell beantwortet werden.