Die Rolle der Sonnenenergie im Energiemix

Der richtige Energiemix bzw. Strommix spielt eine große Rolle für die Energiewende. Es kommt darauf an, das Verhältnis von Strom aus konventionellen Energiequellen wie Erdgas, Kernkraft, Stein- und Braunkohle hin zu Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft zu verschieben. Welchen Beitrag die Sonnenenergie dabei leistet, erfahren Sie hier.
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    Energiemix, Strommix und die Rolle der Erneuerbaren Energien

    Bei der Betrachtung des Anteils einzelner Energieträger ist zu unterscheiden zwischen dem Strom- und dem Energiemix. Beim Strommix leisten die Erneuerbaren Energien bereits einen großen Beitrag, beim Energiemix, der auch den Energieverbrauch für Wärme und Kühlung sowie für die Mobilität einschließt, liegt der Anteil noch unter 20 %.  

    Strom aus Sonne im deutschen Energiemix

    Solarenergie gilt als unverzichtbare Komponente, wenn es darum geht, die weltweiten Klimaziele zu erreichen. So können beispielsweise in Deutschland Unternehmen und Privathaushalte mithilfe von Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) Solarstrom für den Eigenverbrauch produzieren und/oder den selbst erzeugten Sonnenstrom in das öffentliche Stromnetz einspeisen

    Der Staat regt Verbraucher mittels Photovoltaikanlagen-Förderung dazu an. So steigt der Anteil der durch Photovoltaik gewonnen Energie an der Gesamtstromerzeugung in Deutschland kontinuierlich.

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    Der deutsche Energiemix 2019 und 2020

    Über die Anteile der einzelnen Energiequellen an der Nettostromerzeugung in Deutschland veröffentlicht das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE regelmäßig Daten. In der Erhebung des ISE zum Energiemix 2020 zeigt sich, dass die erneuerbaren Energien mit einem Anteil von 50,5 % (247,01 TWh, also 247,01 Mia. kWh) erstmals mehr als die Hälfte der deutschen Gesamtnettostromerzeugung ausmachen.

    Die Solarenergie trägt dazu laut Fraunhofer-Energiemix-Bericht mit 10,5 % bei. Damit rangiert Solarstrom im deutschen Strommix vor der Steinkohle (7,3 %), liegt aber noch immer hinter Gas (12,1 %), Kernenergie (12,5 %) und Braunkohle (16,8 %). Den Löwenanteil erbrachte 2020 eine andere erneuerbare Energie: die Windkraft mit 27 %. Gegenüber 2019 stieg der Gesamtanteil der erneuerbaren Energien im Energiemix hierzulande um 4 % an. 

    Auch das Umweltbundesamt (UBA) liefert Daten zum Anteil von erneuerbaren Energien am Energiemix – diesmal nicht aus Erzeugungs-, sondern aus Verbrauchsperspektive. Demnach stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Deutschland von 6,2 % im Jahr 2004 auf 16,5 % im Jahr 2018, für 2019 nimmt das UBA einen Anteil von 17,1 % an. 

    Was den Anteil der erneuerbaren Energien im Verkehrssektor betrifft, ist laut Umweltbundesamt in den vergangenen Jahren zwar ein Anstieg zu verzeichnen gewesen; 2019 machten die erneuerbaren Energien in diesem Bereich aber mit 5,6 % einen ebenso hohen Verbrauchsanteil aus wie 2018. Da seither jedoch die Produktions- und die Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen stark zugenommen haben und diese sich u. a. mit Ökostrom antreiben lassen, dürften die erneuerbaren Energien 2020 und 2021 eine erheblich größere Rolle im Verkehrssektor spielen. Aktuelle Zahlen liegen derzeit (Stand: 2021) noch nicht vor. 

    Erneuerbare Energiene im Energiemix

    So sieht der Energiemix in der Welt aus

    Laut einer Studie des britischen Umwelt-Thinktanks Ember ist die weltweite Kohleverstromung 2019 in vielen Staaten zurückgegangen: in den USA um 16 %, in Europa um 24 % und in Deutschland sogar um 25 %. So wird der Erderwärmung infolge von CO-Ausstoß zumindest entgegengewirkt.

    China erhöhte hingegen im selben Jahr seinen Kohleanteil bei der Stromerzeugung um 2 % und ist somit für mehr als 50 % der globalen Kohleverstromung verantwortlich. Auch für weitere asiatische Länder war 2019 ein Anstieg der Stromerzeugung mittels Kohle zu verzeichnen, zum Beispiel für Indonesien, wo der Zuwachs 11 % betrug.

    Immerhin: Obwohl laut PV-Magazine 2019 die Photovoltaik mit 651 Gigawatt (GW) und die Windkraft mit 644 GW (zusammen also 1.295 GW) in punkto weltweite Stromerzeugungskapazität noch deutlich hinter Kohle (2.089), Gas (1.812 GW) und Wasserkraft (1.160 GW) zurückblieben, hat die Photovoltaik 2019 mit 118 GW „bei den neu errichteten Kraftwerkskapazitäten alle anderen Technologien übertroffen“.

    Zudem ist gemäß oben genannter Ember-Studie die Europäische Union – die eine weltweite Lenkungswirkung entfalten könnte – bei der Umsetzung der Ziele des Pariser Klimaabkommens zumindest auf dem richtigen Weg. Während der weltweite Anteil von erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien 2019 gerade einmal 8 % betrug, sind es demnach in der EU immerhin 18 % gewesen, die bereits zum Energiemix beigetragen haben.