Reichweitenrechner für Elektroautos

Die Reichweite von Elektroautos hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Nach Angaben der Hersteller schaffen E-Autos heute mehr als 600 km am Stück. Wie Sie die maximale Reichweite Ihres Elektroautos selbst berechnen können und wie sich die Reichweite im Alltag optimieren lässt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Inhaltsverzeichnis
    Reichweitenrechner für Elektroautos

    Foto von CHUTTERSNAP auf Unsplash

    Reichweitenrechner: Wie weit fahren Elektroautos?

    Die durchschnittliche Reichweite eines Elektroautos könnte laut einer Prognose des Statistik-Portals Statista im Jahr 2022 bei rund 500 km liegen (momentan liegen noch keine gesicherten Daten vor). Grundlage zur Ermittlung des Werts bilden die offiziellen Angaben der Hersteller. Die Reichweitenermittlung erfolgt in der Regel nach dem WLTP (Worldwide harmonized Light Vehicles Test Procedure), einem standardisierten Prüfverfahren, das unter Laborbedingungen durchgeführt wird.

    Formel zur Berechnung der Reichweite eines Elektroautos

    Um die Reichweite des eigenen Stromers selbst berechnen zu können, benötigen Sie zwei Werte:

    • Kapazität der Batterie: Je größer der Akku, desto mehr Energie kann er bereitstellen und desto größer ist wiederum auch die Reichweite des E-Autos. Bei den derzeit erhältlichen Elektroautos reicht die Batteriekapazität von 17,6–107,8 kWh.
    • Verbrauch je 100 km: Wie bei einem Verbrenner verringert sich auch bei einem E-Auto die Reichweite mit steigendem Energieverbrauch. Im Schnitt liegt der Verbrauch bei 15 kWh pro 100 km.
    Es gilt folgende Formel:
    Batteriekapazität (kWh) / Energieverbrauch (kWh/100 km) * 100 = Reichweite (km)

    Beispiel: 60 kWh / 15 kWh * 100 = 400 km

    Wichtig: Bei der berechneten Reichweite handelt es sich nur um die maximale Entfernung, die das Elektroauto mit einer Akkuladung schafft. Wer es noch genauer wissen möchte, der kann einen der zahlreichen Reichweitenrechner für E-Autos im Internet nutzen. Sie berücksichtigen neben den oben genannten Werten noch weitere Faktoren und geben damit ein realistischeres Bild. 

    Einflussfaktoren auf die Reichweite

    Wie weit Sie tatsächlich mit einer Akkuladung kommen, hängt von verschiedenen Bedingungen ab. Einige davon können Sie als Fahrer*in positiv beeinflussen, andere dagegen kaum.

    • Individuelle Fahrweise: Eine sportliche Fahrweise, häufiges Beschleunigen, plötzliches Abbremsen und schnelle Starts erhöhen den Stromverbrauch und lassen die Reichweite sinken. Wer hingegen vorausschauend fährt, verbraucht weniger Energie und kommt weiter. In der Regel besitzen Elektroautos einen Eco-Modus, der eine vorausschauende Fahrweise unterstützt. So lassen sich bis zu 10 % an Reichweite gewinnen.
    • Geschwindigkeit: Eine anhaltend hohe Geschwindigkeit und ein permanenter Tempowechsel belasten den Akku stark. Die Reichweite lässt sich erhöhen, indem man gleichmäßig mit mittlerer Geschwindigkeit fährt und selten stark beschleunigt. Empfehlenswert ist eine Geschwindigkeit von 90–100 km/h.
    • Gesamtgewicht des Fahrzeugs inklusive Insassen und Ladung: Je höher das Gewicht ist, das befördert werden muss, desto mehr Leistung muss der Motor aufbringen. Unnötiges Gepäck sollte daher aus dem Kofferraum und von der Rücksitzbank entfernt werden. Das Gleiche gilt für Dachgepäck- und Fahrradträger.
    • Wahl der Reifen: Je schmaler und größer die Autoreifen, desto geringer ist der Rollwiderstand und desto weniger wird der Akku des E-Autos beansprucht. Wie energieeffizient ein Autoreifen ist, lässt sich am Effizienzlabel erkennen. Modelle mit dem Effizienzlabel A eignen sich hier am besten.
    • Reifendruck: Ist der Reifendruck zu niedrig, erhöht sich der Rollwiderstand – es wird mehr Energie verbraucht. Der Reifendruck sollte daher regelmäßig überprüft werden.
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    • Nutzung elektrischer Verbraucher: Klimaanlage, Sitz- und Scheibenheizung, Bordcomputer und Radio – alles, was das Wohlbefinden im E-Auto steigert, kostet zusätzliche Energie. Vor allem die Luftheizung entpuppt sich als wahrer Stromfresser. Ein bewusster Umgang mit der Technik hilft dabei, Strom zu sparen. Die Hersteller arbeiten derzeit daran, die Systeme zu optimieren. Eine interessante Lösung, die bereits jetzt schon von einigen Autobauern eingesetzt wird, sind Wärmepumpensysteme. Sie nutzen die Abwärme aus anderen Bauteilen und nicht den Strom aus dem Akku, um den Innenraum zu beheizen.
    • Außentemperatur: Lithium-Ionen-Batterien arbeiten bei Temperaturen zwischen 20 °C und 40 °C am effektivsten. Bei Kälte laufen die chemischen Reaktionen im Innern dagegen langsamer ab, es ist mehr Energie erforderlich, um die vom Motor geforderte Leistung zu bringen. Dem kann entgegengewirkt werden, indem man das Elektroauto vorwärmt, solange es noch über das Ladekabel an eine Stromquelle angeschlossen ist. So wird erstens keine wertvolle Energie aus dem Akku zur Beheizung des Innenraums verbraucht und zweitens kommt dadurch auch die Fahrzeugbatterie auf Temperatur.
    • Alter des Akkus: Die durchschnittliche Lebensdauer einer Lithium-Ionen-Batterie liegt bei acht bis zehn Jahren und einer Laufleistung von 50.000 und 100.000 km. Im Laufe der Zeit verliert der Akku an Ladekapazität. Damit verringert sich auch die Reichweite des Elektroautos. 

    Reichweite im Sommer und im Winter

    Wie sich Temperatur und Geschwindigkeit auf die Reichweite auswirken, haben der ADAC und der österreichische Automobilclub ÖAMTC 2019 gemeinsam untersucht. Als Testfahrzeug diente ein Mitsubishi Electric Vehicle (i-Miev), das inzwischen nicht mehr erhältlich ist. Dennoch sind die Zusammenhänge gut erkennbar.

    Reichweite in Abhängigkeit von Temperatur und Geschwindigkeit

    Geschwindigkeit in km/hTemperatur in °CReichweite in km
    3020188
     093
     −2068
    5020158
     0106
     −2082
    1002091
     082
     −2070

    Im Stadtverkehr muss man bei Temperaturen von 0 °C mit Reichweitenverlusten von bis zu 50 % gegenüber mildem Frühlingswetter rechnen. Bei höheren Geschwindigkeiten sind es nur rund 10 %.

    Um die Reichweitenverluste möglichst gering zu halten, sollte man im Winter möglichst darauf verzichten, mehrere Kurzstrecken am Tag zu fahren. Das Elektroauto muss sonst jedes Mal neu aufgeheizt werden. Zudem ist es hilfreich, das Fahrzeug nicht durchgängig mit voll aufgedrehter Luftheizung zu erwärmen. Ist die Wohlfühltemperatur im Innenraum erreicht, kann die Heizung gedrosselt oder auf Umluft-Betrieb gestellt werden. Damit der Akku nicht vollständig auskühlt, lädt man ihn nicht über Nacht, sondern am besten einige Stunden vor Fahrtbeginn. Das steigert die Leistungsfähigkeit.