Solarmodule für die Steckdose: alle Infos

Mit Solarpanels für die Steckdose können auch Mieter und Wohnungseigentümer eigenen Strom erzeugen und Energiekosten sparen. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Mini-Solaranlagen für die Wohnung.
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    Steckdosen-Solaranlagen: Das sollten Sie darüber wissen

    Mieter oder Wohnungseigentümer hatten lange Zeit keine Möglichkeit, selbst Solarstrom zu produzieren. Mit Solarpanels für die Steckdose kann nun jeder seinen eigenen Strom erzeugen, dadurch den Geldbeutel schonen und der Umwelt einen Gefallen tun.

    Damit Sie vor dem Kauf einer Solaranlage für die Steckdose gut informiert sind, stellen wir Ihnen hier Besonderheiten dieser Anlagen vor, zeigen auf, wann Genehmigungen zu deren Betrieb erforderlich sind, und machen Sie mit den möglichen Stromerträgen von Steckdosen-Solarmodulen vertraut. 

    Wie funktioniert eine Solarstromanlage für die Steckdose?

    Solarpanels für die 230 V-Steckdose sind Mini-Versionen der großen Photovoltaikanlagen, wie sie seit langer Zeit auf Hausdächern oder Freiflächen zu sehen sind. Der wesentliche Unterschied: Sie sind mit einem Schutzkontakt-Stecker ausgestattet und können darüber ans interne Stromnetz eines Haushalts angeschlossen werden.

    Die Steckdosen-Solaranlagen bestehen je nach gewünschter Leistungsfähigkeit aus einem oder zwei Solarmodulen. Sie lassen sich einfach am Balkon oder an einer Hauswand anbringen. Bei geeigneten Lichtverhältnissen wird Solarstrom über Kabel und Steckdose in den Stromhaushalt der Wohnung eingespeist. Dadurch sinkt der Stromverbrauch aus dem öffentlichen Netz und Verbraucher sparen Kosten.

    Bitte beachten Sie:
    Moderne Haushaltsstromzähler registrieren es, wenn Solarstrom eingespeist wird. Ältere, analoge Stromzähler kommen in der Regel noch nicht damit zurecht und können bisweilen beim Einspeisen von Solarstrom sogar rückwärts laufen. Deshalb sollten Sie unbedingt Ihren Stromanbieter im Vorfeld benachrichtigen, wenn Sie ein Steckdosen-Solarmodul in Betrieb nehmen wollen. Er wird den Zähler prüfen und ggf. durch ein Smart Meter austauschen. Kosten für den Austausch darf Ihnen Ihr Versorger nicht berechnen, da bis 2032 ohnehin alle Haushalte mit den modernen Messgeräten ausgestattet werden müssen.

    Im Gegensatz zu unabhängig arbeitenden mobilen Solaranlagen müssen die hier thematisierten Mini-PV-Anlagen in eine Steckdose eingesteckt sein, um den damit verbundenen Stromkreis mit Solarenergie anzureichern.

    Aufbau einer steckerfertigen Solaranlage

    Die steckerfertigen Solaranlagen werden in der Regel als Bausatz geliefert, dessen Komponenten sich leicht miteinander kombinieren lassen.

    Kernelement der Solaranlagen für 230 V-Steckdosen sind ein oder zwei Solarmodule in der Standardgröße 100 x 170 cm. Die Module wiegen je rund 20 Kilogramm. Es gibt auch kleinere Formate mit geringerem Gewicht, die vor allem für Balkone praktisch sind.

    Steckdosenmodul

    Wie große Photovoltaikanlagen benötigen auch Mini-Solaranlagen einen Wechselrichter, der den erzeugten Gleichstrom in für den Haushalt verwendbaren Wechselstrom umwandelt. Im Normalfall integrieren die Hersteller solche Wechselrichter bereits in ihre Solarpanels für den Hausgebrauch.

    Einige Solarpanels für die Steckdose verfügen zusätzlich über einen Akku, der mit den Solarmodulen verbunden werden muss. Er speichert einen Teil des erzeugten Solarstroms eine Zeit lang, sodass dieser auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder abends noch genutzt werden kann.

    Die Solarmodule lassen sich mittels mitgelieferter Montagegestelle montieren und anschließend mithilfe eines beigefügten Kabels mit der nächstgelegenen Steckdose verbinden.

    Unterschiede: Solarpanels für die Steckdose vs. Photovoltaikanlagen

    Die Solarpanels, die an die Steckdose angeschlossen werden, unterscheiden sich in erster Linie hinsichtlich ihrer Größe von Standard-Photovoltaikanlagen.

    Versierte Heimwerker benötigen in der Regel keine Hilfe von Dienstleistern, um die Solarpanels zu montieren. Bei einem Umzug lassen sich die Solarpanels mit ebenso wenigen Handgriffen wieder abbauen.

    Herkömmliche, große Photovoltaikanlagen umfassen gleich mehrere Solarmodule und bringen damit einen wesentlich höheren Stromertrag (zwischen 3 und 20 kWp) als kleine Photovoltaikanlagen für die Steckdose.

    Außerdem lässt sich nur bei großen PV-Anlagen ungenutzter Solarstrom ins öffentliche Stromnetz einspeisen und von der Einspeisevergütung profitieren.

    Kleine Solarpanels für die Steckdose erreichen demgegenüber lediglich einen Stromertrag von rund 0,6 kWp. Die Strommengen der Steckdosen-Solaranlagen sind ausschließlich für den Eigenbedarf gedacht. Soll über eine steckerfertige Solaranlage Strom auch ins öffentliche Netz eingeleitet werden, sind dazu diverse technische Umbauten nötig.

    Ist die Verwendung von Solarmodulen für die Steckdose sicher?

    Laut der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie (DGS) ist der Anschluss einer Solaranlage an eine Haushaltssteckdose bedenkenlos möglich, wenn das Gerät dem Sicherheitsstandard DGS 0001 für steckbare Stromerzeugungsgeräte entspricht.

    Hersteller können ihre Produkte freiwillig nach dem DGS-Sicherheitsstandard zertifizieren lassen. Anhand des freiwilligen Prüfsiegels können Verbraucher auf einen Blick sichere Steckdosen-Solarpanels erkennen.

    Zusätzlich sind die Herstellerhinweise zu Montage und Anschluss steckerfertiger Mini-PV-Anlagen zu beachten und pro 230 V-Stromkreis darf nur eine Solaranlage eingesteckt werden. Dabei sollten auf keinen Fall Mehrfachsteckdosen Verwendung finden.

    Wollen Sie ein Solarpanel mit mehr als 600 W maximaler Ausgangsleistung anschließen, müssen Sie eine spezielle Einspeisesteckdose („Wieland-Steckdose“) verwenden. Experten raten allerdings davon ab, mehr als 600 Watt einzuspeisen, um die Elektroinstallation einer Wohnung nicht zu überlasten.

    Müssen Solaranlagen für 230-V-Steckdosen genehmigt werden?

    Als Mieter*in oder Wohnungseigentümer*in müssen Sie die Anbringung eines Solarpanels für die Steckdose normalerweise zunächst von Ihrem Vermieter bzw. der Hausgenossenschaft genehmigen lassen. Informieren Sie sich außerdem, ob das Haus womöglich unter Denkmalschutz steht, wodurch eine Montage an der Fassade untersagt sein könnte.

    Rechtlich ist der Betrieb einer Solaranlage im Steckdosenbetrieb in Deutschland zulässig. Es werden zwar hin und wieder von Netzbetreibern Zweifel daran gesät, es ist aber kaum etwas dran. Es stimmt lediglich, dass Sie für einen rechtmäßigen Betrieb auch eine Steckdosen-Solaranlage beim örtlichen Stromnetzbetreiber anmelden müssen.

    Dabei handelt es sich jedoch um eine reine Mitteilung, nicht etwa um einen Antrag auf Genehmigung. Einige Netzbetreiber stellen auf ihren Websites Formulare für die Anmeldung bereit. Bei anderen können Sie solche Formulare auf Anfrage erhalten. Ansonsten setzen Sie ein formloses Schreiben auf, in dem Sie Ihrem Betreiber folgende Informationen mitteilen:

    ●       Datum der Inbetriebnahme der Steckdosen-Solaranlage

    ●       Modell- und Seriennummer sowie genaue Bezeichnung der Anlage und ihrer Komponenten

    ●       das Datenblatt des verwendeten Wechselrichters, aus dem hervorgeht, dass die Anlage die Voraussetzungen an den Netzanschluss erfüllt

    Außerdem müssen Sie Ihre Anlage spätestens einen Monat nach Inbetriebnahme in das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eintragen lassen.

    Wie teuer ist eine Solaranlage für die Steckdose?

    Solarstrommodule für die Steckdose sind relativ günstig. Während die Kosten für Photovoltaikanlagen herkömmlicher Bauart je nach Größe bei mehreren Tausend Euro liegen, sind steckerfertige Solargeräte bereits ab 300 Euro erhältlich.

    Zwar erfolgt keine Einspeisung ins allgemeine Stromnetz und die Einspeisevergütung entfällt somit, aber immer mehr Kommunen bieten Zuschüsse für Stecker-Solargeräte an. Informieren Sie sich bei Ihren örtlichen Behörden, ob auch Sie davon profitieren können.

    Lohnt sich die Anschaffung eines Solarpanels für die Steckdose?

    Ob sich die Anschaffung einer Mini-Photovoltaikanlage für die Steckdose wirtschaftlich lohnt und ob Sie einen hohen Stromertrag erwarten dürfen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

    ●       Wie viele Sonnentage sind in Ihrer Region zu erwarten?

    ●       Wie günstig ist der Lichteinfall auf das Solarpanel?

    ●       Wie hoch sind die örtlichen Strompreise?

    Für eine Beispielrechnung gehen wir davon aus, dass Sie ein Steckdosen-Solarpanel mit 300 W Nennleistung an einem Südbalkon montieren und damit 200 kWh Strom pro Jahr erzeugen. Diese Strommenge entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch einer Waschmaschine bei durchschnittlicher Nutzung. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 32 Cent in Deutschland würden Sie 64 Euro im Jahr an Stromkosten sparen.

    Da der Stromertrag verhältnismäßig gering ausfällt, dauert es mehrere Jahre, bis die Stromkostenersparnis die Anschaffungskosten übersteigt. Im Durchschnitt braucht es bei Solarpanels für die Steckdose sechs bis neun Jahre, bis sich ihre Anschaffung amortisiert hat. Dafür können die Solarpanels aber mehr als 20 Jahre lang in Betrieb bleiben.

    Foto Bei Sonnenuntergang. Das Kind