Ökobilanz von Elektroautos

Die Zahl der Neuzulassungen von Elektroautos steigt in Deutschland rapide an. Doch hält die Ökobilanz von E-Autos, was die Branche verspricht? Wie die Umweltbilanz von Elektroautos – auch gegenüber Verbrennern – in Sachen CO₂-Ausstoß im Detail aussieht, erfahren Sie in diesem Beitrag.
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    Ökobilanz Elektroauto

    Wie steht es um die Ökobilanz von Elektroautos?

    Der ökologische Vorteil von Elektroautos liegt auf den ersten Blick auf der Hand: E-Autos tanken Strom und nicht etwa Diesel oder Benzin, weshalb sie beim Fahren kein Kohlendioxid (CO₂) ausstoßen

    Dafür kann allerdings bei der Stromerzeugung CO₂ emittiert werden, sofern es sich nicht um Ökostrom aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik (PV) oder Windkraft handelt, sondern die elektrische Energie durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Stein- oder Braunkohle erzeugt wird.

    Der Strommix in Deutschland setzt sich zwar zu immer größeren Anteilen aus erneuerbaren Energien zusammen, aber derzeit machen fossile Brennstoffe wie Erdgas oder Kohle noch immer den Löwenanteil aus.

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    Solarstromnutzung verbessert die Umweltbilanz von E-Autos

    Je mehr Haushalte sich für einen Ökostrom-Anbieter entscheiden oder Solarstrom mittels einer Photovoltaikanlage sogar selbst produzieren, umso größer wird der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix, was auch der Ökobilanz von Elektroautos zugute käme.

    Der Staat forciert dies, indem er beispielsweise die Förderung für Elektroauto-Ladestationen an die Bedingung knüpft, dass der Antragsteller sein E-Auto mit Ökostrom laden wird. Das heißt, nicht selbst erzeugter Strom muss in Form von Ökostrom dazugekauft werden.

    Wie umweltfreundlich sind Elektroautos

    Umweltbilanz von Elektroauto und Verbrenner im Vergleich

    Besonders interessant ist bei der Ökobilanz, wie Elektroautos im Vergleich zu PKW mit Verbrennungsmotoren abschneiden – schließlich sollen nach dem Willen der Bundesregierung zur Erreichung der Klimaziele Benzin- und Dieselfahrzeuge in den kommenden Jahrzehnten vollständig von E-Autos und ggf. Fahrzeugen mit weiteren alternativen Antriebsarten abgelöst werden. 

    Für einen aussagekräftigen Ökobilanz-Vergleich „E-Auto vs. Verbrenner“ müssen neben dem Kohlendioxidausstoß beim Fahren auch der Energiebedarf bei der Fahrzeugherstellung und der Einsatz von Rohstoffen unter die Lupe genommen werden.

    Bei der Herstellung von E-Autos – einschließlich der energieintensiven Akku-Produktion – ist der Strommix einmal mehr von besonderer Bedeutung. Je „sauberer“ der Strom ist, als desto besser erweist sich auch in dieser Hinsicht die Elektroauto-Umweltbilanz. Zudem schreitet die Entwicklung von optimalen Recyclingverfahren für die Akkus von Elektrofahrzeugen weiter voran, sodass immer weniger Stoffe wie Kobalt oder Lithium bei der Herstellung benötigt werden, was die Umweltbilanz von E-Autos weiter verbessert. Auch wenn der Materialeinsatz für die Batterien von Elektrofahrzeugen deutlich höher liegt als bei stationären Stromspeichern, lassen sich hier vergleichbare Argumente wie bei anderen Batteriespeichern ins Feld führen. 

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    Trotz aller Kritik: Bereits  2019 ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts zur Treibhausgasemissionsbilanz von Elektrofahrzeugen in Deutschland, dass E-Fahrzeuge in allen drei dort untersuchten Fahrzeugklassen besser abschneiden als die jeweils vergleichbaren Verbrennermodelle. So lag demnach etwa die Emissionseinsparung eines Oberklasse-E-Autos gegenüber einem Oberklassewagen mit Dieselantrieb bei 28 %. Bei einem elektrischen Kleinwagen waren es im Vergleich zu einem Benziner sogar 42 %.

    Die ermittelten Zahlen wurden u. a. begründet mit dem stetig ansteigenden Anteil von Ökostrom im Strommix, dem Umstand, dass immer mehr E-Auto-Fahrer den Ladestrom aus einer eigenen PV-Anlage beziehen, und dem positiven Einfluss von intelligenten Lademanagementsystemen, die immer weiterentwickelt werden.

    Darüber hinaus sehen die Verfasser der Studie eine große Chance, die bei der Batterieherstellung entstehenden Emissionen ebenfalls durch die Nutzung von erneuerbaren Energien zukünftig deutlich zu senken. Dadurch würde sich die E-Auto-Umweltbilanz also auch bezüglich der sogenannten Vorkettenemissionen verbessern.

    Somit ist es durchaus gerechtfertigt, wenn – wie das PV Magazine berichtet  – in einer Forsa-Umfrage 79 % der Befragten E-Auto-Fahrer für besonders umweltbewusst halten.