Photovoltaik-Förderung - Wofür gibt es Solar-Zuschüsse?

Eine Photovoltaikanlage anzuschaffen, will wohlüberlegt sein, denn die Investitionskosten sind nicht niedrig. Mit Solar-Förderung, der Einspeisevergütung oder einer effizienten steuerlichen Auslegung lässt sich aber viel Geld sparen und die Anlage innerhalb weniger Jahre zuverlässig refinanzieren.
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    Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage bedeutet noch immer eine Investition von mehreren tausend Euro. Der Bund aber auch Länder und Kommunen fördern mit dem langfristigen Ziel der CO₂-Neutralität die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien, darunter auch die Installation von Photovoltaikanlagen auf Privathäusern.

    Die Photovoltaik-Förderung erfolgt mittels der Einspeisevergütung, über zinsgünstige Kredite oder auch durch Zuschüsse von den Energieversorgern. Wir haben Ihnen eine Übersicht der wichtigsten Programme zur Photovoltaik-Förderung zusammengestellt.

    Die richtige Förderung für die Photovoltaikanlage finden

    Bei der Suche nach einer geeigneten Photovoltaik-Förderung sind folgende Punkte zu beachten:

    • Soll eine neue PV-Anlage installiert oder eine bestehende erweitert werden?
      Bei der Einspeisevergütung wird z.B. eine Erweiterung wie eine neue PV-Anlage gewertet. Die Förderung erfolgt dann nicht zum ursprünglichen, sondern zum aktuellen Tarif.
    • Wird die Anlage auf einem Firmengebäude oder einem Privathaus installiert? 
      Nicht alle Programme stehen Privatpersonen und Unternehmen gleichermaßen offen. Die Auflistung legt den Schwerpunkt auf Förderungen, die für private Betreiber kleinerer Photovoltaikanlagen gedacht sind.
    • Welcher Anlagentyp soll installiert werden/wurde bereits installiert?
      Inselanlagen, die nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen sind, sind bei der Mehrzahl der Fördermaßnahmen ausgeschlossen.

    Hinweis:

    Grundsätzlich sind zwei Arten der Förderung zu unterscheiden: die Investitionsförderung, die der Anschaffung einer PV-Anlage dient und die „betriebliche“ Förderung in Form der Einspeisevergütung nach Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die die konkrete Produktion von Solarstrom bezuschusst.

    Einspeisevergütung für Solarstrom

    Die bekannteste Photovoltaik-Förderung ist die Vergütung, die Anlagenbesitzer für die Einspeisung von selbst produziertem Solarstrom in das öffentliche Netz erhalten. Die Pflicht zur Abnahme des Stroms und die Höhe dieser Einspeisevergütung sind durch das EEG geregelt. Die konkrete Höhe der staatlich garantierten Zahlung verändert sich kontinuierlich und dient als Instrument der politischen Steuerung des Photovoltaikausbaus.

    Der Betreiber der PV-Anlage erhält die Einspeisevergütung als festen Vergütungssatz in Cent pro eingespeister kWh für einen Zeitraum von 20 Jahren. Abhängig ist die Höhe nur vom Zeitpunkt der Inbetriebnahme der Anlage. Das heißt, wurde eine Photovoltaikanlage im April 2020 in Betrieb genommen, erhält der Betreiber bis Januar 2040 eine Vergütung in Höhe von 9,44 ct/kWh. Im Januar 2021 betrug die Vergütung bereits nur noch 8,16 ct/kWh. Eine möglichst frühe Inbetriebnahme macht sich also bezahlt.

    Die Einspeisevergütung sinkt kontinuierlich. Solange an Bestandsanlagen keine Veränderungen vorgenommen werden, bleibt der einmal festgelegte Vergütungssatz jedoch für 20 Jahre bestehen. Der Vergütungssatz ist an den Strandort und die verbauten Module gebunden. Während also der Verkauf des Hauses mit PV-Anlage keinen Einfluss auf die Einspeisevergütung hat – hier muss sich nur der neue Betreiber anmelden – wirkt sich eine Modernisierung, d.h. das Ersetzen der vorhandenen durch neue Module, so aus, dass die PV-Anlage als Neuanlage gewertet wird.

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    Eigenverbrauch als indirekte Einnahmequelle

    Es lohnt sich, möglichst viel vom selbst produzierten Solarstrom auch selbst zu verbrauchen. Der Preis für Netzstrom liegt derzeit bei ca. 30 ct/kWh und ist damit im Vergleich zur Einspeisevergütung mehr als dreimal so hoch ist. Je mehr Solarstrom mit Gestehungskosten (Herstellungskosten) von ca. 10 Cent pro kWh selbst verbraucht wird, desto geringer ist der Bezug an Netzstrom. Dadurch sinken die Energiekosten und die Anlagenbetreiber sparen deutlich.

    Vor allem für Kleinanlagen ist eine hohe Eigenverbrauchsquote interessant, denn für den Eigenverbrauch im privaten Sektor fällt keine EEG-Umlage an. Nur Betreiber größerer PV-Anlagen (über 30 kWp) müssen auf eigenverbrauchten Strom zusätzlich die EEG-Umlage entrichten.

    Um in den Genuss der Einspeisevergütung zu kommen, müssen Betreiber von Photovoltaikanlagen die Stammdaten ihrer Anlage in das sogenannte „Marktstammdatenregister“ eintragen. Ohne diesen Eintrag entfällt der Anspruch auf Auszahlung der finanziellen Förderung nach EEG.

    Photovoltaik-Förderung durch günstige Kredite der KfW-Bank

    Das wichtigste bundesweiten Programm zur Photovoltaikförderung wird durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert. Um die Förderung durch die KfW in Anspruch nehmen zu können, muss die geförderte Anlage die Anforderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes erfüllen. Das bedeutet zum Beispiel, dass eine Einspeisung des Solarstromes in das öffentliche Netz gewährleistet ist. Inselanlagen erhalten also keine KfW-Förderung. Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Förderung ist, dass das Gebäude auf dem die Anlage installiert werden soll, nicht zu Zwecken der Stromerzeugung errichtet wurde. Für Wohnhäuser trifft dies grundsätzlich zu.

    Der Förderung von Photovoltaikanlagen dient das KfW-Programm Erneuerbare Energie - Standard (270). Darüber lassen sich der Anlagenkauf, die Installationskosten und die Erweiterung von bestehenden Anlagen fördern. Das Programm ist anwendbar für Neu- und Bestandsanlagen auf Dächern, an Fassaden und auf Freiflächen. Das speziell für Photovoltaikanlagen aufgelegte Programm 274 („Erneuerbare Energien – Standard – Photovoltaik“) existiert nicht mehr als eigene Fördermöglichkeit und wurde inzwischen in das Förderprogramm 270 integriert.

    Ähnlich verhält es sich mit dem Programm 275, das der Förderung von Batteriespeichern für PV-Anlagen diente. Das Programm wurde zum 31.12.2018 eingestellt, alternativ ist jedoch eine Förderung aus dem Programm 270 oder über die Förderprogramme einzelner Bundesländer möglich.

    Photovoltaik-Förderung beantragen

    Wer kann die KfW-Förderung beantragen?

    Die KfW-Programm 270 richtet sich an Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen. Mit der Bank können Laufzeiten von 5, 10, 15 oder 20 Jahren sowie tilgungsfreie Anlaufjahre vereinbart werden. Die genauen Konditionen orientieren sich an Bonität und Sicherheiten der Antragsteller, für deren Ermittlung die Hausbank zuständig ist. Mit dieser wird der Kredit abgeschlossen.

    Finanzierungen der Photovoltaikanlage zu attraktiven Konditionen werden auch von anderen Kreditinstitutionen wie der Umweltbank  angeboten. Die Konditionen für den Solarkredit sollten jedoch im Detail mit denen des KfW-Kredits verglichen werden!

    Seit November 2020 bietet die KfW-Bank auch eine Förderung privater Ladestationen für Elektroautos an. 

    Veränderte Wirkleistungsbegrenzung

    Laut EEG dürfen PV-Anlagen nur 70 Prozent ihrer Nennleistung in das Netz einspeisen („Wirkleistungsbegrenzung“). Bei Inanspruchnahme der KfW-Förderung dürfen nur noch 50 Prozent der Nennleistung eingespeist werden. Hier lohnt es sich besonders, über die Erhöhung des Eigenverbrauchs zum Beispiel durch Anschaffung eines Stromspeichers nachzudenken.

    Photovoltaik-Förderung der Bundesländer

    Neben der bundesweiten Förderung über die KfW-Bank bieten auch einige Bundesländer Förderprogramme für Photovoltaikanlagen an, die sich teilweise stark voneinander unterscheiden. Der Schwerpunkt der Programme verschiebt sich immer mehr von der Photovoltaikanlage selbst hin zur „Peripherie“. Das heißt, es werden insbesondere Einrichtungen zur effizienteren Nutzung des Solarstroms gefördert, wie Batteriespeicher oder Ladesäulen für die Elektromobilität. Auch das ressourcenschonende und CO2-neutrale Heizen oder das Thema Mieterstrom spielen zunehmend eine Rolle.

    Baden Württemberg

    Im Rahmen seiner „Solaroffensive“ setzt Baden-Württemberg auf 4 Säulen:

    • Die Förderung regionaler Netzwerke zur Unterstützung der Photovoltaik vor Ort. Insgesamt 12 Beratungs- und Netzwerkinitiativen werden hier landesweit koordiniert.
    • Das Förderprogramm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ (für 2021 und 2022), bei dem Speicherbetreiber einen Zuschuss je Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität erhalten. Die Höhe des Zuschusses hängt von der installierten Leistung der Photovoltaik-Anlage in Kilowatt peak (kWp) ab, die mit dem Batteriespeicher errichtet wird.
    • Die Freiflächenöffnungsverordnung, die mehr Flächen für die Installation von Freiflächenanlagen zulässt.
    • Das Förderprogramm „Energieeffiziente Wärmenetze für Solarthermieanlagen.

    Für Privatpersonen sind vor allem die Batteriespeicher-Förderung und die Förderung der Solarthermie von Interesse.

    Bayern

    In Bayern erfolgt die Förderung von Photovoltaik-Stromspeichern im Rahmen des 10.000 Häuser-Programms.  Den PV-SpeicherBonus können Gebäudeeigentümer von selbstgenutzten Ein- und Zweifamilienhäusern beantragen. Je nach Kapazität des neuen Batteriespeichers (kWh) und Leistung der neuen PV-Anlage (kWp) ist eine Förderung zwischen 500 und 3.200 Euro möglich. 

    Berlin

    Mit dem Stromspeicher-Förderprogramm Berlin (EnergiespeicherPLUS) wird der Kauf eines Stromspeichers unterstützt, der zusammen mit einer neuen Photovoltaikanlage installiert wird. Die Förderung beträgt 300 € je Kilowattstunde nutzbarer Kapazität des Stromspeichers. Maximal werden 15.000 € pro Stromspeichersystem gewährt. Verfügt der Speicher bzw. das Energiemanagementsystem über eine prognosebasierte Betriebsstrategie, kommt ein Bonus von 300 € hinzu.

    Hamburg

    Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Hansestadt Hamburg fördert für Produktions- und Dienstleistungsunternehmen, Handwerksbetriebe und Institutionen mit vergleichbarer Zielrichtung die Solarstromerzeugung mit PV-Dünnschichtmodulen. Förderprogramme für private Hausbesitzer gibt es leider keine.

    Niedersachsen

    Niedersachsen fördert Investitionen in stationäre Batteriespeicher in Verbindung mit dem Neubau einer an das Verteilnetz angeschlossenen Photovoltaikanlage oder der Erweiterung einer bestehenden Photovoltaikanlage. Für die Förderung müssen Neuanlagen eine Mindestgröße von 4 kWp haben, werden Bestandsanlagen erweitert, muss der Zubau ebenfalls mindesten 4 kWp betragen. Treffen diese Voraussetzungen zu, können die privaten Betreiber einen Zuschuss von bis zu 40 % der Speicherkosten erhalten.

    Nordrhein-Westfalen

    Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes hat seine Förderung Erneuerbarer Energien unter „progres.nrw“ gebündelt. Im Rahmen des Programms „progres.nrw – Markteinführung“ werden unter anderem auch Batteriespeicher mit 150 Euro je kW bezuschusst.

    Rheinland-Pfalz

    Mit dem Förderprogramm des Landes werden unter anderem Privathaushalte dabei unterstützt, Photovoltaikanlagen in Zusammenhang mit Batteriespeichern zu installieren. Die Heimspeicher in Privathaushalten werden mit 100 Euro pro kWh nutzbarer Speicherkapazität gefördert, der Zuschuss ist auf 1.000 Euro je Vorhaben begrenzt. Speicher müssen eine Mindestgröße von 5 kWh, PV-Anlagen von 5 kWp aufweisen.

    Schleswig-Holstein

    Das Bundesland unterstützt im Rahmen seines Klimaschutzprogramms den Kauf von Batteriespeichern. Im Zusammenhang mit einer neuen zu errichtenden Photovoltaikanlage wird ein Zuschuss zu den Installationskosten und ein Förderbetrag für die Kapazität des Batteriespeichers gezahlt. Die maximale Förderhöhe beträgt 2.200 Euro. Derzeit ist das Fördervolumen ausgeschöpft.

    Thüringen

    Über das Programm „Solar Invest“ werden in Thüringen Batteriespeicher und sonstige Speicher für bestehende PV-Anlagen gefördert. Anlagen bis 10 kWp erhalten 900 Euro pro kWp und 300 Euro pro kWh Speicherkapazität, bei einer Leistung von mehr als 10 kWp können Anlagen bis 25 % gefördert werden.

    Ausgelaufen sind die Länderprogramme zur Photovoltaik-Förderung bereits in Brandenburg (Eintausend Speicher), Sachsen (Stromspeicher mit und ohne Ladestation), Sachsen-Anhalt (Stromspeicher in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage) und im Saarland. Allerdings werden Förderprogramme, insbesondere zum Jahreswechsel, wenn ein neues Budget zur Verfügung steht, häufig wieder neu aufgelegt. Es lohnt sich also dranzubleiben und die Förderungen im Auge zu behalten. So hat Sachsen zum Beispiel angekündigt, dass es sein Programm im 2. Quartal 2021 mit überarbeiteten Förderbedingungen fortgesetzt wird.

    Als indirekte Photovoltaik-Förderung lässt sich zudem die kostenlose Beratung verstehen, die in vielen Bundesländern angeboten wird.

    Für Investoren interessant ist zudem die Förderung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen in "landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten".  Die Bundesländer müssen dazu eine sogenannte Länderöffnungsklausel beschließen, die die Förderung der Freiflächen-PV nach EEG erlaubt. Unter anderem Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, das Saarland und Rheinland-Pfalz haben von dieser Möglichkeit bereits Gebrauch gemacht.

    Regionale Förderprogramme

    Betreiber privater Solaranlagen können zudem von regionalen Förderprogrammen profitieren.  Da bei Programmen zur Photovoltaik-Förderung eine große Fluktuation herrscht, empfiehlt sich für Interessenten vor der Anschaffung einer Anlage immer ein Blick in die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Zudem kann sich die Konsultation bei einem Energieberater oder die Nachfrage bei der Gemeinde lohnen.

    Indirekte Förderung durch steuerliche Abschreibung

    Mit der Einspeisung des Solarstromes ins öffentliche Netz werden Betreiber von Photovoltaikanlagen zu einem gewerblichen Stromproduzenten und müssen auf Einspeisevergütung und Eigenbedarf bzw. Eigenverbrauch Umsatzsteuer zahlen. Diese Pflicht entfällt im Rahmen der sogenannten Kleinunternehmerregelung, wenn die jährlichen Einnahmen (Umsatz) 22.000 Euro (seit 2020) nicht übersteigen. Doch es kann sich lohnen, auf diese steuerliche Regelung, an die eine fünfjährige Bindung besteht, zu verzichten. Betreiber privater Photovoltaikanlagen können die Kosten für Anschaffung, Wartung und Reparatur von PV-Anlagen, Kosten, die sich aus der Installation ergeben (z.B. notwendige Dachumbauten) sowie Betriebskosten steuerlich geltend machen. Auch erhalten sie die gezahlte Umsatzsteuer auf Wartung und Reparatur zurück. 

    Die steuerliche Optimierung ist allerdings mit einigem Aufwand verbunden, denn das Finanzamt verlangt regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldungen. Betreiber einer Photovoltaikanlage müssen dem Netzbetreiber die Umsatzsteuer für die Einspeisevergütung in Rechnung stellen und die entsprechenden Beträge an das Finanzamt weiterleiten. Für den Betrieb der Photovoltaikanlage ist zudem eine Gewinn- und Verlustrechnung aufzustellen. Gewinne müssen versteuert werden (Einkommenssteuer), Verluste wirken steuermindernd.  

    Alternative zur direkten Photovoltaik-Förderung

    Im Falle eines Hausneubaus aber auch bei Sanierungen besteht die Möglichkeit, Maßnahmen umzusetzen, die den Energiebedarf des Hauses senken. Maßstab ist hier der KfW-Effizienzhaus-Standard, der einen niedrigen Primärenergiebedarf mit einer guten Wärmedämmung (niedriger Transmissionswärmeverlust) verbindet. Werden die Energiespar-Standards eingehalten, bietet die KfW einen attraktiven Kredit für die Baumaßnahmen.

    Die Photovoltaik selbst ist im Rahmen des KfW-Effizienzhauses nicht förderfähig, allerdings trägt sie zu einem niedrigen Primärenergiebedarf bei. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach trägt somit dazu bei, dass die KfW-Anforderungen erreicht werden. Der Anteil ist umso höher, je mehr Strom auch in die Gebäudetechnik fließt, also für Lüftung, Heizung und Kühlung. Momentan ist es jedoch so, dass in Zusammenhang mit KfW-Effizienzhäusern bevorzugt Solarthermieanlagen installiert werden, weil diese einen Beitrag zur Wärmegewinnung leisten. Im Zuge der Sektorenkopplung könnte sich das aber ändern.

    Eine Kombination der Förderung für Energiesparhäuser mit dem Programm 270 zur Photovoltaikförderung ist möglich.

    Bafa Solarförderung für Solarthermie

    Bis Ende 2020 förderte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) das „Heizen mit Erneuerbaren Energien“. Bei Neubauten wurden vom Bafa Solarkollektoranlagen mit 30% der förderfähigen Kosten unterstützt, bei bestehenden Gebäuden die Errichtung oder Erweiterung von Solarthermieanlagen zur Warmwasserbereitung, Raumheizung, Kälteerzeugung oder der Zuführung der Wärme/Kälte in ein Wärme- oder Kältenetz dienen. Seit 2021 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Einbau von Erneuerbaren Heizungen als Einzelmaßnahme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM). Im Gesetz genannt werden unter anderem „Anlagen zur Heizungsunterstützung“. Hierfür eignen sich auch PV-betriebene Wärmepumpen.

    Photovoltaikförderung in Österreich

    Die bundesweite OeMAG-Tarifförderung für PV-Anlagen an oder auf einem Gebäude kombiniert einen einmaligen Investitionszuschuss mit einem Fördertarif analog zur deutschen Einspeisevergütung.

    Die Investitionsförderung greift für neu errichtete Photovoltaik-Anlagen mit Netzanschluss. Per Einmalzuschuss werden (bei Anlagen bis 100 kWp) maximal 250 Euro/kWp, höchstens jedoch 30% der Investitionskosten gefördert. Förderfähig sind die Module und das Trägergerüst, die Montage, Verrohrung, Armaturen, Steuer-, Mess- und Regeleinrichtungen sowie Gutachten inklusive der erforderlichen Vorleistungen und Versuche. Die Beantragung der Förderung muss über das Onlinesystem der OeMag erfolgen.

    Soll auch der Speicher gefördert werden, muss das Verhältnis von installierter Leistung der Photovoltaikanlage zu nutzbarer Kapazität des Stromspeichers mindestens 0,5 kWh/kWp betragen. Dies gilt auch für Erweiterungen des Stromspeichers. Die maximal förderbare Speicherkapazität beträgt 50 kWh je Anlage. Der Zuschuss liegt bei 200 Euro pro kWh bzw. maximal 30 % der Investitionskosten.

    Das Förderprogramm des Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung ist Ende 2019 ausgelaufen und wurde nicht verlängert.

    Neben dieser bundesweiten Förderung bieten die Bundesländer Salzburg, Kärnten, Wien, die Steiermark und das Burgenland länderspezifische Programme für Privatpersonen an. Eine Übersicht findet sich auf der Webseite pvaustria.at  

    Photovoltaikförderung in der Schweiz

    In der Schweiz gibt es seit 2009 das im Energiegesetz (EnG) verankerte Förderinstrument der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Produzenten von Strom aus Erneuerbaren Energien erhalten danach – ähnlich wie in Deutschland - eine garantierte Vergütung für ins Netz eingespeisten Strom. Mit der Neugestaltung des EnG wurde das nun Einspeisevergütungssystem (EVS) genannte Instrument zeitlich befristet. Neue Anlagen konnten nur noch bis Ende des Jahres 2020 in die Förderung aufgenommen werden, 2022 läuft das Programm endgültig aus. Die Vergütungsdauer für Solarstrom wurde von ursprünglich 20 Jahren auf 15 Jahre gekürzt. Betreiber von kleinen Photovoltaikanlagen (unter 100 kWp) können nur noch eine Einmalvergütung beantragen, die höchsten 30 % der Investitionskosten einer Referenzanlage deckt.

    Die Einmalvergütung für Photovoltaikanlagen unter 100 kWp (KLEIV) besteht aus einem Grundbeitrag und einem Leistungsbetrag. Der Grundbetrag unterliegt seit seiner Einführung einer Degression, seit April 2020 beträgt seine Höhe noch 1.000 Franken. Auch der Leistungsbetrag sinkt kontinuierlich, für Anlagen unter 30 kWp liegt er bei 340 Franken pro Wp. Für gebäudeintegrierte PV-Anlagen sind die Beträge etwas höher: 1.100 Franken und 380 Franken pro Wp.

    Die Förderung der Anlage kann erst nach erfolgter Inbetriebnahme bei der Pronovo AG beantragt werden. Pronovo, eine Tochtergesellschaft der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid, ist zuständig für die Abwicklung der Förderprogramme für erneuerbare Energien des Bundes

    Neben den staatlichen Zuschüssen bieten auch einige wenige Kantone und Gemeinden eine Photovoltaik-Förderungen an.