Solarmodule: Welche Kosten fallen an?

Eine Photovoltaikanlage besteht aus mehreren Solarmodulen, dem Montagesystem, einem Wechselrichter, der Verkabelung und dem Netzanschluss. Den teuersten Posten bilden dabei die Solarmodule. Ihre Preise richten sich nach den Materialien bzw. dem Wirkungsgrad der Solarzellen. Ein Überblick.
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    Solarzellen: Wirkungsgrad entscheidet über Kosten

    In den letzten Jahren sind die Preise für Solarmodule stetig gesunken: Von 2012 bis 2020 fielen sie um rund 50 %. Grund dafür ist zum einen die technische Entwicklung und zum anderen die zunehmende Konkurrenz unter den Modulherstellern. Auch die hohe Nachfrage trägt zur Preissenkung bei: Je mehr Solarmodule gefertigt werden, desto preiswerter wird die Produktion. Ein entscheidender Kostenfaktor ist auch die Art der Solarmodule: Je nach Modell unterscheidet sich der Preis hier deutlich.

    Photovoltaik: Preise für Module im Überblick

    Die Anschaffungskosten von Solarmodulen schwanken erheblich. Folgende Werte dienen als Orientierung:

    • monokristalline Solarmodule: 1.150–1.700 Euro pro kWp
    • polykristalline Solarmodule: 700–1.300 Euro pro kWp
    • Dünnschichtmodule: 750–1.250 Euro pro kWp

    Dabei gilt es zu beachten, dass etwa 1,5–2 Mal so viele Dünnschichtmodule benötigt werden, um die gleiche Leistung wie monokristalline Solarmodule zu erreichen.

    Kosten nach Art der Solarmodule

    Ein Solarmodul, oft auch als Photovoltaikmodul, Solarpanel oder Solarplatte bezeichnet, ist ein Zusammenschluss aus mehreren Solarzellen, die das einfallende Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Es gibt zwei wesentliche Typen von Solarmodulen: Dickschichtmodule aus mono- oder polykristallinen Solarzellen und Dünnschichtmodule, die aus verschiedenen Halbleitermaterialien hergestellt werden können.

    Monokristalline Solarzellen: hohe Preise durch aufwendige Herstellung

    Zur Herstellung monokristalliner Solarzellen wird hochreines Silizium (Si) geschmolzen und in Form eines Stabs gezogen. Dieser Stab bildet ein einheitliches Metallgitter, einen sogenannten  Einkristall. Aus den Stäben werden anschließend Scheiben (Wafer) geschnitten. Eine Scheibe ist dabei nur wenige Mikrometer dick und bildet eine Solarzelle. Nach dem Schneiden werden die Wafer gereinigt und zu Solarmodulen weiterverarbeitet.

    Da bei monokristallinen Solarzellen die Kristallgrenzen und damit potenzielle Defekte wegfallen, weisen sie derzeit den höchsten Wirkungsgrad bei Solarmodulen auf. Die Herstellung ist jedoch sehr energieintensiv. Das schlägt sich auch in den Kosten nieder: Solarplatten aus monokristallinen Solarzellen sind teurer als andere Modultypen. Bevorzugt eingesetzt werden sie, wenn auf einer kleinen Fläche ein möglichst hoher Ertrag erzielt werden soll, oder wenn eine einheitliche Optik gewünscht ist.

    Polykristalline Solarzellen: gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

    Am häufigsten werden heute polykristalline Solarmodule installiert. Zur Fertigung gibt es verschiedene Verfahren. Bei allen wird das geschmolzene Silizium in Tiegel gegossen. Durch eine gezielte Abkühlung entstehen zahlreiche verschiedenartige Siliziumkristalle, die nach oben wachsen. Die entstehenden Blöcke werden dann in Stäbe und schließlich in Wafer geschnitten.

    Die Herstellung von polykristallinen Solarzellen ist weniger aufwendig als die von monokristallinen Solarzellen. Zudem entsteht weniger Verschnitt. Das spiegelt sich in einem niedrigeren Preis wider. Allerdings ist ihr Wirkungsgrad aufgrund der unterschiedlichen Anordnung der Kristalle sowie des Einsatzes von weniger reinem Silizium etwas geringer. Häufig werden polykristalline Solarmodule dort eingesetzt, wo eine große Dachfläche zur Verfügung steht und es nicht auf eine hohe Leistung der einzelnen Module ankommt.

    Dünnschichtzellen: günstig in der Herstellung

    Dünnschichtmodule werden meist aus amorphen Solarzellen hergestellt. Als Halbleiter dient dabei nicht nur Silizium. Auch Cadmium-Tellurid (CdTe) oder Kupfer-Indium-Diselenid (CIS) können zum Einsatz kommen. Das Material wird in einer sehr dünnen Schicht auf ein Trägermaterial wie Glas oder Folie aufgesprüht oder aufgedampft. Eine Schicht ist dabei nur etwa einen Mikrometer dick.

    Für die Herstellung von Dünnschichtzellen wird nur sehr wenig Halbleitermaterial benötigt. Die Produktion läuft zudem stark automatisiert ab. Deshalb sind Dünnschichtmodule in der Regel günstiger als die weiter oben genannten Dickschichtmodule. Ihr Nachteil ist der vergleichsweise geringe Wirkungsgrad. Allerdings können sie diffuses Licht besser verarbeiten, weshalb sich die Installation auf Dachflächen, die nicht direkt nach Süden ausgerichtet sind, lohnen kann.

    Preise von Solarmodulen richten sich nach Art und Leistung

    Welche Faktoren wirken sich außerdem auf die Kosten der Solarmodule aus?

    Wie hoch die Kosten von Solarmodulen im Detail sind, richtet sich neben der Art der Solarzellen auch nach folgenden Kriterien:

    Wirkungsgrad

    Je höher der Wirkungsgrad von Solarmodulen, desto höher die Leistung der Module, desto höher sind  in der Regel die Kosten.

    Qualität

    Handelt es sich um gebrauchte Module, Insolvenz- oder B-Ware?

    Lebensdauer und Leistungsgarantie

    Hersteller garantieren bei ihren Modulen eine bestimmte Nennleistung in Abhängigkeit von den Betriebsjahren. Im letzten Jahr werden meist noch 80–90 % der Modulleistung garantiert.

    Herkunft

    Möchte man die deutsche Wirtschaft unterstützen? Ein Großteil der Solarmodule wird heute in Asien gefertigt. Diese sind unter Umständen günstiger als jene deutscher Hersteller. Im Falle eines Schadens könnten aber Probleme bei der Reklamation entstehen.

    Abnahmemenge

    Einige Hersteller gewähren einen Preisnachlass pro Modul, wenn man sich für die vom Anbieter festgelegte Mindestabnahmemenge entscheidet.

    Größe und Optik der Module

    Ein Solarmodul mit schwarzer Rückseite ist teurer als ein herkömmliches Modul. Auch Sonderanfertigungen schlagen sich im Preis nieder.

    Garantiebedingungen der Hersteller

    Wie lange gibt der Hersteller Garantie auf seine Module? Wie können im Ernstfall Garantieansprüche durchgesetzt werden? Sind die Garantieansprüche insolvenzsicher geschützt? Ist gegen Aufpreis eine Garantieverlängerung möglich?

    Dünnschicht-Solarmodule haben einen geringeren Preis

    Kosten für Solarmodule abhängig von verschiedenen Faktoren

    Bei der Auswahl der Solarmodule sollte man sich nicht allein am reinen Modulpreis orientieren, sondern alle Kriterien einbeziehen. Dabei steht auch der Hersteller selbst auf dem Prüfstand: Wie lang existiert das Unternehmen schon? Besteht die Gefahr einer Insolvenz? Kauft man Module im Ausland, sollte man vorher prüfen, ob es eine deutsche Niederlassung gibt, bei der man Garantieleistungen geltend machen kann.

    Auch wenn die Kosten in den letzten Jahren deutlich gefallen sind, schlägt die Anschaffung einer Photovoltaikanlage mit mehreren Tausend Euro zu Buche. Kosten, die Hausbesitzer jedoch nicht allein tragen müssen, denn der Staat greift ihnen mit attraktiven Förderungen für Photovoltaikanlagen unter die Arme.

    Wem die Investition trotzdem zu hoch ist, der kann auch eine Photovoltaikanlage mieten. Damit entfallen die einmalig hohen Anschaffungskosten. Gegen eine feste monatliche Gebühr steht dem Mieter die Nutzung des Sonnenstroms frei: Entweder er speist ihn in das öffentliche Netz ein oder er verbraucht ihn selbst. Nach Ablauf des Mietvertrags kann er dann entscheiden, ob er die Anlage kauft oder abbauen lässt. Ob sich dieses Modell lohnt, sollten Interessenten genau durchkalkulieren.

    Die Kosten von Sonnenkollektoren

    Im Vergleich zu Photovoltaikmodulen hat sich bei den Solarkollektoren von Solarthermieanlagen preislich wenig getan. Die Kosten für Solarthermieanlagen blieben über die letzten Jahre relativ stabil. Teilweise Mancherorts konnte man einen leichten Anstieg des Preises für Solarkollektoren verzeichnen. Das liegt vor allem an den gestiegenen Kosten für Kupfer und Aluminium. Für Flachkollektoren muss man zwischen 300 und 400 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche ausgeben. Röhrenkollektoren, die effizienter arbeiten, sind mit 600–900 Euro deutlich etwas teurer.