Vorteile und Nachteile des Smart Homes

Die Entwicklung von Smart-Home-Anwendungen ist in den letzten Jahren rapide vorangeschritten. Vor- und Nachteile werden heftig diskutiert: Dem Komfort, der Sicherheit und der Energieersparnis stehen hohe Kosten, Sicherheitsbedenken und Kompatibilitätsprobleme gegenüber. Erfahren Sie hier, welche Vorteile und Nachteile das Smart Home mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
    Smart Home Vor- und Nachteile

    Mittlerweile erinnert die Smart-Home-Ausstattung nicht mehr an Science-Fiction: Intelligente Türsysteme, automatisierte Beleuchtung oder smarte Haushaltsgeräte halten ganz selbstverständlich Einzug in viele Wohngebäude. Den bekannten Vorteilen wie Wohnkomfort, Energieersparnis und Sicherheit stehen Nachteile wie Bedenken bei der Datensicherheit, hohe Kosten und Kompatibilitätsprobleme gegenüber. Wir erklären die Vorteile und Nachteile des Smart Homes und geben Tipps. 

    Diese Vorteile bringt ein Smart Home mit sich

    Ein Smart Home kann viel mehr, als nur während der Arbeitszeit einen Saugroboter durch das Wohnzimmer zu schicken. Die Smart-Home-Technologie entwickelt sich rasend schnell ‒ insbesondere in den Bereichen Wohnkomfort, Energiesparen und Sicherheit. Wir haben Ihnen die Vorteile eines Smart Homes zusammengefasst. 

    Wohnkomfort erhöhen dank intelligenter Technik

    Der Kaffee ist fertig, wenn Sie morgens zum ersten Mal die Küche betreten. Nach der Arbeit erwartet Sie zu Hause die ideale Wohlfühltemperatur. Während Ihrer Abwesenheit wurden die Wäsche gewaschen und der Fußboden gesaugt. Szenarien wie diese lassen sich viele finden. Zu den größten Vorteilen des Smart Homes gehört es, dass smarte Anwendungen den Nutzern zahlreiche Alltagsaufgaben abnehmen. Hier einige weitere Beispiele für den Nutzen eines automatisierten Zuhauses: 

    • Komfort: Lichter werden automatisch auf ein angenehmes Level gedimmt oder die Rollläden fahren morgens von allein hoch, um das Sonnenlicht hereinzulassen. 
    • Hausarbeit: Saugroboter kümmern sich um die Fußböden, Bewässerungsanlagen versorgen den Garten mit dem notwendigen Nass.
    • Unterhaltung: Das Smart Home lernt das Nutzerverhalten kennen und wählt Filme, Spiele oder auch Musik passend zum Geschmack der Nutzer aus – auch in unterschiedlichen Profilen. 

    Wie viel Kontrolle man dabei dem Smart Home überlassen möchte, entscheidet jeder selbst: Selbstlernende Funktionen sind ebenso möglich wie feste Programmierungen. 

    Energie sparen dank Smart Home

    Das Potenzial, Energie und damit auch Kosten zu sparen, gehört zu den großen Vorteilen des Smart Homes. Insbesondere Besitzer einer Photovoltaikanlage profitieren von smarten Anwendungen, denn diese können den Eigenverbrauch einer PV-Anlage erheblich steigern. Das tun sie, indem sie beispielsweise Haushaltsgeräte wie Waschmaschine oder Trockner genau dann anschalten, wenn besonders viel Solarstrom produziert wird.

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    Doch das Energiemanagement im Smart Home umfasst noch viele weitere Funktionen. So kann beispielsweise programmiert werden, dass sich die Heizung automatisch abschaltet, wenn niemand zu Hause ist, jedoch rechtzeitig wieder zu heizen beginnt, wenn der Feierabend naht. Automatische Rollläden regulieren, wie viel Sonnenwärme ins Haus dringt, die Fenster schließen automatisch, wenn die Heizung aufgedreht wird, und auch der Wasser- und Gasverbrauch lassen sich überwachen und regulieren. Sogar eine Fernwartung der Heizanlage ist mitunter schon möglich. 

    Ein weiterer Vorteil des Smart Homes in Bezug auf Energiemanagement: Alle nicht benötigten Haushaltsgeräte können automatisch abgeschaltet werden, wenn die Bewohner das Haus verlassen. Somit wird insbesondere der Standby-Modus umgangen, der zu den größten Stromfressern gehört. 

    Sicherer wohnen mit Smart-Home-Anwendungen

    Mittlerweile ist im Smart Home umfassender Einbruchschutz möglich: Intelligente Türschlösser lassen sich beispielsweise per Fingerabdruck, Code oder App öffnen und stellen gleichzeitig sicher, dass beim Verlassen des Hauses alle Fenster geschlossen sind. Zufallsbasierte Beleuchtung und Bewegung der Rollläden können suggerieren, dass jemand zu Hause ist, auch wenn sich die ganze Familie im Urlaub befindet. Und sollten unerwartete Bewegungen im Haus erkannt werden, können Besitzer sich darüber informieren lassen, Alarmsignale auslösen, um die Einbrecher zu verschrecken, Kameras einschalten oder gleich die Polizei informieren. 

    Auch in anderen Bereichen können Smart-Home-Anwendungen zur Sicherheit beitragen: Sie schalten zum Beispiel elektrische Geräte wie den Herd oder das Bügeleisen aus, wenn diese länger nicht benutzt werden. Von unterwegs lässt sich per App überprüfen, ob tatsächlich alles ausgeschaltet ist. Im Fall von Rauchentwicklung oder austretendem Wasser kann man sich per Smartphone auch unterwegs informieren lassen. Dank Wettervorhersage und Sensoren ist es sogar möglich, automatisch die Fenster schließen zu lassen, wenn ein Unwetter aufzieht. 

    Ambient Assisted Living für Menschen mit Einschränkungen

    Große Vorteile bietet das Smart Home für Senioren und andere Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Per Sprachbefehl können diese zum Beispiel im Notfall – etwa nach einem Sturz – Hilfe rufen und dem Rettungsdienst oder Angehörigen per Sprache die Tür öffnen. Türanlagen können auch so programmiert werden, dass bestimmte Angehörige jederzeit Zugang haben oder überprüfen können, ob die Bewegungsmelder regelmäßige Bewegungen aufgezeichnet haben und so alles in Ordnung ist.  Somit trägt das Ambient Assisted Living (AAL) zur Sicherheit im Smart Home bei.

    AAL-Systeme setzen zudem auf besseren Bedienbarkeit: Große Schalter, Sprachsteuerung und intuitiv zu bedienende Displays mit großer Schrift ermöglichen es auch Menschen mit Sehschwächen oder motorischen Schwierigkeiten, sich im Smart Home gut zurechtzufinden. 

    Diese Nachteile eines Smart Homes gilt es zu beachten

    Ein Smart Home hat nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Hier sind vor allem die Kosten, eventuelle Kompatibilitätsprobleme und Bedenken im Hinblick auf die Datensicherheit zu erwähnen. Jedoch können Nutzer selbst einiges tun, um möglichen Problemen vorzubeugen.

    Datensicherheit: Wie sicher ist das Smart Home? 

    Die meisten Anbieter von Smart-Home-Anwendungen speichern die benötigten Daten in der Cloud. Dazu gehören sowohl persönliche Daten als auch die Vorlieben, Programmierungen und Szenen, die das System mit der Zeit von den Nutzern lernt. Theoretisch könnten Hacker auch auf Kameraaufzeichnungen oder Sprachassistenten zugreifen. Ein vorsichtiger Umgang mit allen Daten, die gesammelt werden, ist also durchaus empfehlenswert. Auch intelligente Türschlösser oder Fenster, die sich per App öffnen lassen, können grundsätzlich ein Sicherheitsrisiko darstellen.

    Dass die Daten wirklich sicher sind, werden Anbieter wohl nie zu 100 % garantieren können. Sicherheitsupdates und ständige Weiterentwicklung der Software können das Risiko jedoch minimieren. Wichtig ist für Nutzer vor allem, dass sie auch selbst alles dafür tun, das eigene Smart Home zu schützen. Sinnvolle Maßnahmen sind unter anderem die Wahl sicherer Passwörter und das Anlegen eines eigenen Netzwerks für die Smart-Home-Geräte. Weitere Tipps zur Datensicherheit finden Sie auf der Seite zur Smart-Home-Cloud

    Hohe Kosten für die Smart-Home-Ausstattung

    Die Kostenspanne im Bereich Smart Home ist sehr groß: Einige Geräte können bereits für wenige Hundert Euro betrieben werden, während für die Vorbereitung eines Neubaus für Smart-Home-Systeme sogar fünfstellige Beträge möglich sein können. Kosten lassen sich vor allem durch eine gute Planung minimieren. Beispielsweise ist das Nachrüsten von Kabeln aufwendig und teuer – in diesem Fall wäre es kostengünstiger, auf Geräte zu setzen, die per Funk miteinander kommunizieren. 

    Ein weiterer Nachteil des Smart Homes hinsichtlich der Kosten ist, dass diese nicht immer überschaubar sind. Nutzer können gerade zu Beginn nicht nur ein einzelnes Gerät kaufen, sondern benötigen zusätzlich eine zentrale Steuerungseinheit sowie eventuelle Abonnements für Datenspeicher oder die genutzten Apps, für die wiederum Kosten anfallen.

    Tipp: Mit Förderungen im Bereich Smart Home lassen sich die Kosten deutlich reduzieren. 

    Ein möglicher Nachteil: höherer Energieverbrauch

    Natürlich verbrauchen auch die Geräte im Smart Home Strom. Durch smartes Energiemanagement lässt sich der zusätzliche Verbrauch in vielen Fällen ausgleichen – eine genau Planung schadet dennoch nicht. Mithilfe der Herstellerangaben können Nutzer berechnen, wie hoch der Stromverbrauch pro Jahr ausfällt und ob sich die Investition lohnt. 

    Kompatibilitätsprobleme

    Ein weiterer Nachteil der Smart-Home-Anwendungen können Kompatibilitätsprobleme sein. Derzeit existieren diverse Standards, und noch ist nicht absehbar, welche sich in Zukunft durchsetzen werden. Nicht alle Geräte unterschiedlicher Hersteller sind miteinander kompatibel, sodass Nutzer sehr genau darauf achten müssen, welche Produkte sie einsetzen. Bessere Kompatibilität kostet häufig auch mehr Geld, und die richtige Auswahl erfordert einen gewissen Rechercheaufwand. 

    Tipp: Setzen Sie vor allem auf Produkte von Herstellern, die voraussichtlich noch lange am Markt sein werden. So ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass immer mehr Geräte zur Verfügung stehen und dass Sicherheitsupdates, Ersatzteile und Reparaturen auch in Zukunft möglich und erhältlich sein werden. 

    Achtung: Bisweilen wird argumentiert, dass das Smart Home ohne Internetverbindung nicht funktioniere, bei einem Ausfall also nicht nutzbar sei. Das ist jedoch nicht korrekt, denn mittlerweile funktionieren große Teile des Smart Homes auch offline – manche Systeme sogar vollkommen unabhängig vom Internet.