Marktwert Solar - Preis für Solarstrom

Wer selbst erzeugten Solarstrom nicht für die Einspeisevergütung ins öffentliche Stromnetz einspeisen will oder kann, kann Einnahmen aus der Direktvermarktung erzielen. Der Marktwert Solar – der Durchschnittspreis des verkauften Solarstroms - gibt eine Orientierung, welche Preise dabei zu erzielen sind.
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    Was ist der Marktwert Solar?

    Der monatlich ermittelte „Marktwert Solar“ gibt die durchschnittlichen Erlöse an der Strombörse wieder, die durch die Direktvermarktung von nach dem Marktprämienmodell gefördertem Solarstrom erzielt werden. Der Marktwert Solar ist ein Richtwert, anhand dessen der Ertrag pro kWh bei Direkteinspeisung in das öffentliche Netz abgeschätzt werden kann.

    Liegt der Marktwert Solar unter dem „anzulegenden Wert“ (entspricht etwa der EEG-Einspeisevergütung) erhaltenen Direktvermarkter eine Marktprämie, die die Differenz ausgleicht. Liegt der Marktwert darüber, profitieren Anlagenbetreiber vom höheren Verkaufspreis.

    Wie wird der Marktwert Solar ermittelt?

    Der Marktwert beschreibt den aktuellen Wert der Stromeinspeisung einer erneuerbaren Energiequelle. Da ein Großteil des erzeugten Stromes an Strombörsen gehandelt wird, bildet der Strompreis am Spotmarkt die Referenz für den Marktwert. Der Spotmarkt umfasst den kurzfristigen Handel, das heißt den Intraday- (bis 30 Minuten vor Lieferung) und den Day-Ahead-Handel (einen Tag vor Lieferung).

    Der aktuelle Marktwert wird in Cent pro Kilowattstunde angegeben und errechnet sich aus dem Strompreis der jeweiligen Stunde bezogen auf die Einspeisemenge an Photovoltaikstrom in dieser Stunde. Der Marktwert Solar ergibt sich als monatliches Mittel dieser Werte und wird häufig in € pro MWh angeben. Im Sommer, bei hohem Solarstromangebot, ist der Marktwert in der Regel niedriger als im Winter.

    Neben dem monatlichen Marktwert Solar gibt es noch den Jahresmarktwert, der den mittleren Strompreis pro Energiemenge für das gesamte Jahr angibt.

    Wie hat sich der Marktwert Solar entwickelt?

    Zwischen 2012 und 2020 lagen die Jahresmarktwerte zwischen 2,88 und 4,50 Cent / kWh und damit unter der Einspeisevergütung. In den letzten zwei Jahren sind die Strompreise stetig angestiegen und damit auch der Marktwert Solar. Ursachen für die Verteuerung des Stroms sind steigende Kosten für fossile Rohstoffe, vor allem ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, Emissionszertifikate und die CO₂-Steuer. Der Strompreis am Day-Ahead-Markt hat sich seit Mitte 2021 mehr als verdreifacht, von etwas über 5 Cent / kWh auf etwa 17 Cent / kWh, zwischenzeitlich lag er gar bei 46,5 Cent / kWh (August 2022).

    Im Jahr 2021 kam hinzu, dass aufgrund der Witterungsverhältnisse weniger erneuerbare Energie erzeugt wurde, gleichzeitig aber der Bedarf nach der Corona-Pandemie wieder anstieg.  Im Jahr 2022 spielte zudem die große Hitze und Trockenheit eine Rolle, durch die die Stromerzeugung konventioneller Kraftwerke, die auf Kühlwasser angewiesen sind, einbrach. Auch der Ausfall zahlreicher französischer Atomkraftwerke minderte das Angebot auf dem europäischen Strommarkt, was einen Preisanstieg zur Folge hatte.

    Durch das Merit-Order-Prinzip (der eingesetzte Energieträger mit dem höchsten Preis bestimmt den Preis pro kWh für alle Energieträger) konnten Direktvermarkter von Solarstrom in letzter Zeit überdurchschnittlich hohe Einnahmen erzielen.

    Wer profitiert vom Marktwert Solar?

    Der Marktwert Solar ist für alle PV-Anlagen in der Direktvermarktung interessant. Das sind zum einen Anlagen über 100 kWp, bei denen die Pflicht zur Direktvermarktung besteht, aber auch Anlagen unter 100 kWp, die sich freiwillig für die Direktvermarktung entscheiden und auf die Einspeisevergütung verzichten. Dazu kommen noch die sogenannten Post-EEG-Anlagen, die bereits ausgefördert sind. Ob sich das allerdings lohnt, ist zumindest fraglich. Verschiedene Quellen setzen die Grenze für Anlagen mit 5 bis 50 kWp Nennleistung an. Hier lohnt es sich, Angebote von verschiedenen Direktvermarktern einzuholen.