Solarparks: ein Beitrag zur Energiewende

Solarparks sind große, auf Freiflächen errichtete Photovoltaikanlagen, die große Mengen Solarstrom produzieren. Das Potenzial für Solarparks ist in Deutschland noch groß. Bebaut werden beispielsweise Flächen, die für die Landwirtschaft nur unter schwierigen Bedingungen oder gar nicht genutzt werden können. Erfahren Sie hier mehr über die Möglichkeiten!
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    Solarpark

    Foto von Andreas Gücklhorn auf Unsplash

    Solarparks: ein wichtiger Beitrag zur Energiewende

    Rund 1,7 Millionen Photovoltaikanlagen werden derzeit in Deutschland betrieben, die meisten davon auf Dächern oder an Fassaden. Doch auch Solarparks rücken zunehmend wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit: Viele anderweitig nicht oder nur schwer nutzbare Flächen können – mit Solarparks ausgestattet – ein entscheidendes Instrument gegen die Erderwärmung werden. Hier erhalten Sie einen Überblick über die Möglichkeiten und die notwendigen Schritte zur Planung. 

    Was sind Solarparks?

    Solarparks werden auch als Solarfelder oder Photovoltaik-Freiflächenanlagen bezeichnet. Es handelt sich dabei um große Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) mit zahlreichen Modulen, die freistehend – also unabhängig von Dächern oder Fassaden – montiert werden. Solarparks mit sogenannten nachgeführten PV-Anlagen bieten zusätzlich den Vorteil, dass die Solarmodule nach dem Sonnenstand ausgerichtet werden können und die Effizienz somit noch einmal deutlich steigt. 

    Im weiteren Sinne zählen zu den Solarparks auch schwimmende Solarfelder, auch als „Floating PV“ bezeichnet. Auf der Suche nach neuen Flächen für die PV-Stromgewinnung werden diese mittlerweile auf Wasseroberflächen wie auf Baggerseen, errichtet. Ein Vorteil: Das Wasser reguliert ein Stück weit die Temperatur, ist im Winter wärmer und im Sommer häufig kühler als die Umgebungstemperatur. Dadurch kann die Leistung der Solarmodule und damit der Solarparks gesteigert werden. 

    Solarparks werden vor allem in den letzten Jahren auch immer interessanter, weil aufgrund der Massenproduktion von Solarmodulen die Kosten stark gesunken sind. Mittlerweile haben Photovoltaikanlagen nach Windenergieanlagen den zweitgrößten Anteil an den alternativen System zur Stromerzeugung in Deutschland. Ende 2019 wurden in Deutschland rund 47,5 Gigawatt durch PV-Anlagen gewonnen. Die vorgesehene „PV-Deckelung“ auf 52 Gigawatt wurde 2020 aufgehoben – der Ausbau von Solarparks in Deutschland schreitet also voraussichtlich weiter voran. 

    Die Wichtigkeit von Solarparks vor dem Hintergrund der Klimaziele

    Bis zum Jahr 2030 sollen 65 % des Stroms in Deutschland aus nachhaltigen Quellen gewonnen werden. Die neue Ampelregierung stellte gar ein Ziel von 80 % in den Raum. Bis 2050 soll der Strom in Deutschland komplett treibhausneutral gewonnen werden – das gilt auch für Strom, der nach Deutschland importiert wird, sodass ein EU-weites Handeln notwendig ist. Vor diesem Hintergrund ist die Planung weiterer Solarparks ein wichtiger Beitrag zur Klimawende. 

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    Fortschritte in Technik und Forschung legen nahe, dass die Produktion von Solarmodulen auch in Zukunft immer einfacher und günstiger wird. Das Potenzial, Solarparks in Deutschland zu errichten, ist noch nicht annähernd ausgeschöpft. Besonders interessant sind Flächen, die landwirtschaftlich nicht (mehr) genutzt werden können, weil sie durch Schadstoffe oder Kampfmittel (sogenannte Konversionsflächen) bzw. aufgrund intensiver Bebauung (sogenannte versiegelte Flächen) unbrauchbar geworden sind. 

    Doch auch die Agri-Photovoltaik bietet Möglichkeiten: Hier werden Solarparks gezielt so angelegt, dass die Solarmodule Pflanzen und Tieren Schutz vor übermäßiger Sonneneinstrahlung oder Unwettern bieten. Die Solarmodule werden erhöht installiert, sodass darunter ausgewählte Nutzpflanzen angebaut werden können. Außerdem werden durch die Module die Verdunstung und damit der Wasserverbrauch reduziert. Die Doppelnutzung der Flächen – landwirtschaftlich und zur Energiegewinnung – ermöglicht zusätzliche Einnahmen. 

    Benachteiligte Gebiete für Solarparks in Deutschland nutzen

    Als „benachteiligte Gebiete“ werden landwirtschaftliche Flächen bezeichnet, die geringere Erträge liefern, von schlechterer Bodenqualität sind, die Bewirtschaftung erschweren (etwa, weil sie an Berghängen liegen) oder anderweitig für die Landwirtschaft weniger geeignet sind. In Deutschland betrifft das etwa 50 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche. 

    Mittlerweile können die Länder selbst entscheiden, ob solche benachteiligten Gebiete für die Planung und den Bau von Solarparks freigegeben werden. Das ermöglicht die sogenannte Länderöffnungsklausel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Erstmals wurden im Jahr 2017 benachteiligte Gebiete für Ausschreibungen zugelassen, hauptsächlich in Bayern. 

    Sowohl die Nutzung benachteiligter Gebiete als auch die Bemühungen der Agri-Photovoltaik tragen dazu bei, Nachteile von Solarparks – vor allem in Bezug auf die Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung – auszugleichen. 

    Planung von Solarparks: von der Flächenauswahl bis zur Betreuung

    Meist sind es große Unternehmen, die in Solarparks investieren, aber auch der Bau privater Solarparks ist möglich. Für beide Szenarien gibt es mittlerweile Firmen, die sich um die gesamte Planung der Solarparks kümmern und Investoren bei allen Schritten begleiten. Eine Alternative zur privaten Planung ist eine Bürgerbeteiligung an einem Solarpark: Auf diese Weise vermeiden Investoren das Baurisiko, und der Einstieg ist bereits mit kleinen Summen (beispielsweise 500–1.000 €) möglich. Derzeit steht die Forderung nach Ausschreibungen den Bürger-Solarparks aber vielerorts noch im Wege. Hohe Planungskosten, die, gewinnt ein anderen Betreiber den Auftrag, nicht wieder eingespielt werden können, verhindern die Teilnahme. Hier könnte z.B. ein gesetzlich festgelegter Vorrang die Chancen der Anwohner-Solarparks erhöhen und die “Energiewende von unten” attraktiver machen. 

    Wer trotz einigen Risikos einen Solarpark planen möchte, muss unter anderem folgende Schritte durchlaufen:

    • Standort prüfen: Der Standort hat entscheidenden Einfluss auf den zukünftigen Ertrag des Solarparks. Eine intensive Sonneneinstrahlung während einer möglichst langen Zeit über das Jahr sowie geringe Verschattungen sollten im Fokus stehen.
    • Nutzungsrechte einholen: In vielen Fällen werden die Flächen, auf denen ein Solarpark errichtet werden soll, nicht gekauft, sondern gepachtet. Dazu sind entsprechende Verhandlungen mit den Besitzern bzw. den Gemeinden notwendig. Die Pacht für einen Solarpark mit 1 ha Fläche beträgt üblicherweise pro Jahr etwa 1.500–3.000 €. 
    • Förderungen beantragen: Auch wenn staatliche Förderungen für Solarparks stark gesunken sind, können für PV-Anlagen auf Konversionsflächen, versiegelten Flächen und landwirtschaftlichen Flächen Fördergelder beantragt werden. 
    • Genehmigungen einholen: Große PV-Anlagen sind genehmigungspflichtig. Die zuständige Gemeinde muss die vorgesehene Fläche als „Sondergebiet Solar“ eintragen. Das geschieht auf Grundlage eines Bebauungsplans, der von der Kommune bewilligt werden muss. Außerdem wird die Umweltverträglichkeit des Solarparks geprüft. Dazu sind unter Umständen Gutachten in Bezug auf Naturschutz oder Blendwirkung einzuholen. 
    • Bauantrag einreichen: Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird die Baugenehmigung erteilt. 
    • Umsetzung: Schließlich kann der Solarpark errichtet werden. Auch die weitere Betreuung des Parks – beispielsweise notwendige Reparaturen – sollte bedacht werden.

    Mögliche Förderungen für Solarparks in Deutschland

    Für Solarparks auf Konversionsflächen, versiegelten Flächen oder landwirtschaftlichen (auch benachteiligten) Flächen können staatliche Förderungen in Betracht kommen. Die Voraussetzungen sind im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. 

    Kleinere Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 750 Kilowatt-Peak (kWp) werden auf einer gesetzlich festgelegten Grundlage gefördert. Anlagen in Solarparks sind jedoch in aller Regel größer, weshalb die Höhe der Förderung durch Ausschreibungen festgelegt wird. Für diese ist die Bundesnetzagentur zuständig. Den Zuschlag erhält der Investor, der mit der niedrigsten Fördersumme auskommt. Durch dieses Verfahren sollen die staatlichen Kosten für PV-Anlagen reduziert und die Akteursvielfalt am Markt beibehalten werden. In der Folge sind die Förderkosten für Solarparks kontinuierlich gesunken und betrugen im Jahr 2020 nur noch etwa 5 Cent pro Kilowattstunde (kWh). 

    Darüber hinaus ist ein Teil der Ausschreibungen auch für EU-Mitgliedsstaaten nutzbar: 5 % der jährlich zu installierenden Leistung kann gefördert werden – das entspricht derzeit etwa 300 Megawatt pro Jahr. Diese Regelung gilt übrigens nicht nur für PV-Anlagen bzw. Solarparks, sondern auch für Windenergieanlagen. Ziel ist es, insbesondere die regionale Zusammenarbeit mit den Nachbarländern zu fördern, um so auch EU-weit zur Energiewende beizutragen.