Welche Photovoltaikhersteller gibt es in Deutschland?

Mittlerweile werden weltweit Photovoltaikanlagen produziert. Bis heute konnten sich auch einige deutsche Hersteller am Markt behaupten und bieten Produkte an, die bei Qualitätstests sehr gut abschneiden. Wer sind die Unternehmen, die bis heute Photovoltaik in Deutschland produzieren? Und welche internationalen Unternehmen bieten in Deutschland ihre Module an?
Inhaltsverzeichnis
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    Modulherstellen

    Herstellung von Modulen weltweit

    Die stetig wachsende Nachfrage nach Photovoltaikanlagen hat in den vergangenen Jahren weltweit den Markt stark expandieren lassen und die Solarbranche zu einem boomenden Wirtschaftszweig gemacht. Während in den Anfangsjahren Deutschland Hauptproduzent von Photovoltaikmodulen war, werden mittlerweile werden fast überall auf der Welt Photovoltaikmodule hergestellt. Auf dem deutschen Markt werden auch Module aus China, Japan, Taiwan und den USA angeboten. Die folgende Übersicht vermag nur, einen groben Überblick über die Hersteller von Solarmodulen weltweit und speziell in Deutschland zu geben. Stetig tauchen neue Unternehmen mit Solarprodukten auf dem Markt auf, andere verschwinden oder verlegen ihre Produktionsstätten aus Kostengründen von Deutschland ins Ausland.

     

    Amerikanische und asiatische Hersteller von Modulen

    Der amerikanische Produzent First Solar ist ein etablierter Hersteller mit einem gutem Ruf. Das Unternehmen wurde 1999 als First Solar Holdings, LLC in Tempe in Arizona (USA) gegründet. Produktionsstandorte befinden sich in Malaysia und Vietnam. Auch die Produkte des US-Herstellers SunPower sind auf dem deutschen Markt erhältlich. Das Unternehmen wurde 1985 im Silicon Valley gegründet und stellt monokristalline, rückseitig kontaktierte Solarzellen mit einem Modulwirkungsgrad von bis zu 22,8 % her.

    Auch einige japanische Unternehmen sind auf dem deutschen Markt gut etabliert. Bekannte Namen sind etwa Sharp oder Kyocera. Bei beiden Herstellern kann der Verbraucher mit hochwertigen Solarmodulen rechnen.

    Sharp Solar ist Teil des japanischen Elektronikkonzerns Sharp mit Sitz in Osaka. Das japanische Unternehmen gilt als Solarspezialist der ersten Stunde: Hier wurden schon 1959 Solarzellen entwickelt und von hier aus gingen immer wieder Impulse zur Weiterentwicklung der Solartechnologie aus. Neben Sharp gehört Kyocera mit Hauptsitz in Kyoto zu den führenden japanischen Herstellern im Bereich der Photovoltaik. Seit Mitte der 1970er Jahre vertreibt das Unternehmen weltweit Photovoltaikmodule. 

    Die Konkurrenz aus China hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. So hat die Produktionskapazität in China sich in den letzten Jahren derart vervielfacht, dass auch hier inzwischen erhebliche Überkapazitäten bestehen. Wer deshalb allerdings glaubt, dass die Hersteller aus China nur Billigprodukte mit eingeschränkter Qualität fertigen, der irrt. Beispielsweise Jolywood gilt derzeit als weltweit führender Hersteller von bifazialen Solarzellen und -modulen. Auch JinkoSolar gehört zu den führenden chinesischen Solarunternehmen. Das 2006 gegründete chinesische Unternehmen mit Hauptsitz in Shanghai ist eines der weltweit größten Unternehmen für die Herstellung von Solarzellen. JinkoSolar produziert und verkauft aber auch Solarmodule und Montagesysteme für Solarmodule.

    Produktion Glas Print

    Europäische Hersteller von Modulen

    Neben der Konkurrenz aus den USA und Asien können sich auch die Produkte einiger europäischer Hersteller auf dem Markt behaupten. Zu erwähnen sind hier beispielsweise die Module des litauischen Unternehmens SoliTek. Seit 2009 forscht SoliTek mit wissenschaftlichen Partnern an der Effizienz von Solarzellen und hat sich in den vergangenen Jahren zum führenden Solarmodulhersteller in der skandinavischen Region entwickelt. Nennenswert sind auch die Module von REC Solar Holdings AS (Renewable Energy Corporation). Der norwegische Hersteller mit Hauptsitz in Oslo sowie operativem Geschäftssitz in Singapur ist bekannt für eine hohe Produktqualität.

    Deutsche Photovoltaikhersteller

    In den Anfangsjahren der Photovoltaikproduktion waren vor allem deutsche Hersteller weltweit führend. In den 2010er Jahren haben sie jedoch starke Konkurrenz vor allem von chinesischen Modulherstellern bekommen. Der gestiegene Wettbewerbsdruck führte zu deutlichen Preissenkungen, von dem die Verbraucher sicherlich profitiert haben. Für etliche deutsche Photovoltaikhersteller bedeutete diese Entwicklung jedoch das wirtschaftliche Aus. Unternehmen wie beispielsweise Centrosolar, Solarworld, Conergy, Inventux Solar Technologies und Mage Solar wurden schlussendlich durch die asiatische Konkurrenz vom Markt verdrängt. Von ursprünglich rund 60 Herstellern konnten sich nur wenige deutsche Unternehmen bis heute behaupten. Andere deutsche Hersteller haben ihre Produktion aus Kostengründen ganz oder teilweise ins Ausland verlegt. So lassen zum Beispiel Unternehmen wie Hanwha Q Cells oder OPES Solutions mit Unternehmenssitz in Deutschland ihre Solarmodule in Asien produzieren. 

    Anders sieht es bei Meyer Burger aus. Das Schweizer Unternehmen mit Sitz in Thun in der Schweiz ist Hersteller für Hocheffizienz-Solarzellen und Solarmodule im Premium-Segment und verfügt seit 2021 über Produktionsstätten in Bitterfeld-Wolfen und Freiberg in Deutschland.

    Photovoltaikhersteller wie die aleo solar GmbH in Prenzlau, Antec solar GmbH in Thüringen, Avancis GmbH in Sachsen, Axitec Solar in Böblingen Baden-Württemberg, AxSun Solar in Laupheim Baden-Württemberg, Belectric in Bayern, Heliatek in Dresden, Heckert Solar in Chemnitz, SOLARWATT in Dresden und die Sonnenstromfabrik in Wismar produzieren aktuell nach wie vor ihre Solarmodule in Deutschland. Diese Übersicht bietet jedoch nur einen tagesaktuellen Eindruck und kann keine Vollständigkeit beanspruchen.

    Fest steht jedoch, dass deutsche PV-Module in Tests und Bewertungen hinsichtlich ihrer Qualität meist sehr gut abschneiden. Sie gelten als Premiumprodukte und sind aus diesem Grund häufig im höheren Preissegment angesiedelt. Fakt ist auch, dass deutsche Modulhersteller langfristige Leistungsgarantien bieten.

    Generell sollten sich Verbraucher im Vorfeld der Anschaffung von Solarmodulen umfassend informieren. Bei der aktuellen Vielzahl von weltweit produzierenden Photovoltaik-Herstellern sollten unbekannte Namen dabei eher kritisch betrachtet werden, selbst bei erklärten Garantieleistungen von mehreren Jahren. Die Unsicherheit, ob diese Firmen nach ein paar Jahren noch bestehen oder wie Garantien geltend gemacht werden können, muss immer mitbedacht werden. Ein ausgewiesener Solarteur kann in diesem Fall beratend zur Seite stehen.