Preise für Kleinwindkraftanlagen

Die Preise für Kleinwindkraftanlagen schwanken stark und lassen sich darüber hinaus nicht leicht vergleichen. Entscheidend für die Beurteilung, ob sich eine Anlage wirtschaftlich betreiben lässt, sind vor allem die Stromgestehungskosten. Erfahren Sie hier, warum diese wichtig sind und welche Faktoren bei der Preisbestimmung berücksichtigt werden müssen.
Inhaltsverzeichnis
    Preise für Kleinwindkraftanlagen
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    Preise für Kleinwindkraftanlagen: Kosten und Nutzen im Überblick

    Die Preise für privat oder gewerblich genutzte Kleinwindkraftanlagen fallen sehr unterschiedlich aus. Obwohl der Preis beim Kauf natürlich berücksichtigt werden sollte, gibt es darüber hinaus andere Kennzahlen, die wichtiger sind als die einmalig anfallenden Kosten für den Kauf einer Kleinwindkraftanlage. Dazu gehören vor allem die Stromgestehungskosten. Wie Sie diese berechnen und wie Sie Preise vergleichen können, erfahren Sie in diesem Artikel. 

    Durchschnittliche Preise für Kleinwindkraftanlagen

    Kleinwindkraftanlagen mit einer Nennleistung von bis zu 100 kW kosten derzeit etwa zwischen 3.000 und 10.000 € pro Kilowatt Nennleistung. Anlagen guter Qualität sind für rund 5.000 € pro Kilowatt erhältlich. Hinzu kommen laufende Betriebskosten für Wartung, Reparaturen etc., die etwa bei 2–3 % der Investitionskosten liegen. 

    Damit ist eine Kleinwindkraftanlage für den privaten Gebrauch im Vergleich deutlich teurer als eine Photovoltaikanlage: Letztere kostet im Verhältnis zur Leistung weniger und kann somit für denselben Preis mehr Strom produzieren. Allerdings ist es in beiden Fällen – Windkraft- oder PV-Anlage – wichtig zu verstehen, dass die Nennleistung nicht der tatsächlichen Leistung entspricht. Diese hängt nämlich stark vom Standort ab: Eine Windkraftanlage kann nur dann Strom produzieren, wenn es windig ist – und eine PV-Anlage nur, wenn die Sonne scheint. 

    Die Preise für Kleinwindkraftanlagen richtig einschätzen

    Die Nennleistung von Kleinwindkraftanlagen wird in Kombination mit einer bestimmten Windstärke angegeben, zum Beispiel „1,25 kW bei 10 m/s“ oder „2,5 kW bei 12 m/s“. Das erschwert den Vergleich der tatsächlichen Kosten für die Kleinwindkraftanlage erheblich, zumal sich die Auswirkungen unterschiedlicher Windstärken auf die Leistung nicht ohne Weiteres umrechnen lassen. Der erzeugte Strom nimmt mit steigender Windstärke überproportional zu: So ist der Ertrag bei 5 m/s bereits fast doppelt so hoch wie bei 4 m/s

    Hinzu kommt, dass nicht der Preis einer Kleinwindkraftanlage der entscheidende Faktor ist, um deren Wirtschaftlichkeit zu beurteilen, sondern vielmehr die sogenannten Stromgestehungskosten. Diese geben an, welche Kosten für den Strom anfallen, der mithilfe der Anlage produziert wird. Derzeit ist die einzige Art, eine private Kleinwindkraftanlage wirtschaftlich zu betreiben, ein möglichst hoher Eigenverbrauch des gewonnenen Stroms. 

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    Stromgestehungskosten berechnen

    Zur Berechnung der Stromgestehungskosten werden zunächst die gesamten Kosten für die Kleinwindkraftanlage berechnet. Dazu gehören die einmaligen Anschaffungskosten inklusive aller Materialkosten sowie die laufenden Kosten für Wartung etc. Diese Kosten werden dann ins Verhältnis zu den Kosten gesetzt, die sich dank des selbst produzierten Stroms über die gesamte Lebensdauer der Anlage einsparen lassen. 

    Dabei ergibt sich eine weitere Schwierigkeit: Während Hersteller von PV-Anlagen standardmäßig von einer Lebensdauer von 20 Jahren ausgehen und diese zum großen Teil auch garantieren, gibt es für Kleinwindkraftanlagen noch keine vergleichbaren Werte. Die Qualität der Anlage spielt hier eine wichtige Rolle, denn eine Kleinwindkraftanlage produziert naturgemäß mehr Strom bei höherer Windstärke, muss dieser dann aber auch zuverlässig und über viele Jahre standhalten können. Tut sie das nicht, kann eine günstigere Anlage dennoch höhere Stromgestehungskosten verursachen, da die Lebensdauer sinkt.

    Beispiel für die Berechnung der Stromgestehungskosten:

    Eine Kleinwindkraftanlage mit 5 kW Nennleistung produziert bei einer mittleren Windstärke von 4,5 m/s über 20 Jahre 7.000 kW Strom. Bei Kosten von durchschnittlich 5.000 € pro Kilowatt Nennleistung, also 25.000 € für die Anlage, ergeben sich so Stromgestehungskosten von 7.000 geteilt durch 25.000 = 28 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Damit ist der gewonnene Strom kaum günstiger als der aktuell aus dem Stromnetz zu beziehende Strom, die Anlage damit nur knapp wirtschaftlich. Es ist allerdings zu erwarten, dass die Strompreise weiterhin steigen, weshalb ein größerer Gewinn dennoch denkbar ist. 

    Was ist in den Kosten für eine Kleinwindkraftanlage enthalten? 

    Wer sich über Preise für Kleinwindkraftanlagen informiert, sollte genau prüfen, worauf sich die Preise beziehen. Manche Hersteller verkaufen nur den eigentlichen Windgenerator. Benötigt werden aber ebenfalls bestimmte elektronische Komponenten wie beispielsweise Laderegler und Wechselrichter, dazu der Mast, auf dem der Windgenerator angebracht wird. Hinzu kommen Kosten für das Fundament und die Montage. Je nach Anlage können auch Kosten für Genehmigungen anfallen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass unter Berücksichtigung all dieser Posten für die Anlage insgesamt etwa das Doppelte vom Preis des Windgenerators angesetzt werden muss. 

    Förderungen für Kleinwindkraftanlagen

    Im Interesse des Ausbaus der erneuerbaren Energien wurde im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auch für den durch Windkraft produzierten Strom eine Einspeisevergütung verankert. Diese beträgt derzeit allerdings nur etwa 6 Cent pro Kilowattstunde, weshalb nur der Eigenverbrauch des Stroms einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglicht. 

    Das Förderprogramm „Erneuerbare Energien – Standard (270)“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zinsgünstige Kredite, die auch für die Anschaffung einer Kleinwindkraftanlage genutzt werden können. Auch die Montage kann über einen solchen Kredit gefördert werden. Ansprechpartner ist die Hausbank, die, abhängig von Laufzeit, Kreditsumme und Bonität den Zinssatz festlegt. Voraussetzung ist, dass der Antrag vorab gestellt wird und dass mindestens 10 % des produzierten Stroms ins öffentliche Netz eingespeist werden.

    Für Landwirte ist auch die Förderung „Energie vom Land“ durch die Landwirtschaftliche Rentenbank interessant. Auch hier muss allerdings ein Teil des Stroms eingespeist werden. Förderungen für Kleinwindkraftanlagen auf Bundeslandebene oder regional sind eher die Ausnahme. 

    Fazit: Preise für Kleinwindkraftanlagen korrekt berechnen

    Private Windkraftanlagen können derzeit nur an besonders günstigen Standorten wirtschaftlich betrieben werden, sodass in der Regel eine PV-Anlage die bessere Wahl ist, um die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu erhöhen. Wer sich dennoch eine Kleinwindkraftanlage anschaffen möchte, sollte die Preise genau prüfen und daher vor allem die Stromgestehungskosten genau berechnen – nur diese geben wirklich Aufschluss darüber, ob sich die Investition lohnt.