Solarparks kaufen: Wie sicher sind sie als Kapitalanlage?

Die Investition in Solarparks gilt als sichere Kapitalanlage. Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmer können von steuerlichen Vorteilen und unter Umständen auch von staatlichen Förderungen profitieren. Doch ist die Rendite sicher? Erfahren Sie mehr darüber, wo sich die Investition in Solarparks lohnt und was Sie beachten sollten.
Inhaltsverzeichnis
    Solarparks kaufen

    Foto von Mariana Proença auf Unsplash

    Solarparks kaufen: Großprojekte und Investitionsmöglichkeiten

    Solarparks gelten als sichere und zukunftsweisende Geldanlage. Neben dem Gewinn, der an der Strombörse erzielt werden kann, wird für Anlagen bis 750 Kilowatt-Peak (kWp) zusätzlich eine Marktprämie ausgeschüttet. Während Unternehmen bisweilen ganze Solarparks kaufen, haben auch Privatpersonen mit begrenztem Kapital Investitionsmöglichkeiten. Ein Überblick über die Chancen und Risiken von Photovoltaik als Kapitalanlage. 

    Wo lohnt es sich, Solarparks zu kaufen oder in Großprojekte zu investieren?

    Was Photovoltaik als Kapitalanlage attraktiv erscheinen lässt, ist unter anderem die stetig zunehmende Nutzung: Der Anteil der Sonnenenergie an der Bruttostromerzeugung lag im Jahr 2021 in Deutschland bei knapp über 9 % – Tendenz steigend. Die größten Solarparks der Welt liegen allerdings nicht in Deutschland, sondern derzeit in Indien, China und Ägypten. Sie warten mit Leistungen von bis zu 2.000–2.200 Megawatt (MW) auf. Aber auch die USA, Mexiko und Länder in Südeuropa sind beliebte Standorte für Solarparks. 

    Da die Sonnenstrahlung für die Effizienz eines Solarparks von großer Bedeutung ist, bieten sich für die Neuerrichtung vor allem sonnenintensive Regionen an. Die höchste Sonneneinstrahlung weltweit wird in Regionen Nord- und Südafrikas, Australiens und Südamerikas gemessen. Jedoch lohnt es sich mittlerweile auch dann, in Solarparks zu investieren oder gar ganze Solarparks zu kaufen, wenn diese in weniger sonnigen Regionen liegen. Das ist vor allem den stetig sinkenden Kosten für die Herstellung von Solarmodulen und deren wachsender Effizienz zu verdanken. Weltweit befinden sich daher zahlreiche Solarparks in Planung.

    Um einzuschätzen, ob die Investition in einen Solarpark gewinnbringend sein kann, spielen neben dem Standort weitere Faktoren eine Rolle. Viele Investoren bevorzugen es, Solarparks in Deutschland zu kaufen, da die Durchsetzung rechtlicher Ansprüche und die Vergütung des gewonnenen Stroms als zuverlässiger als andernorts eingeschätzt wird. Der derzeit größte Solarpark in Deutschland liegt in Weesow bei Berlin (Stand April 2022). Er deckt mit einer Leistung von 187 MWp umgerechnet den Strombedarf von rund 50.000 Haushalten.  

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    Solarparks als Geldanlage: Sind sie sicher?

    Eine Rendite lässt sich mit Solarparks dadurch erwirtschaften, dass der gewonnene Strom an der Strombörse gehandelt wird. Zwar wird grundsätzlich für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird, eine Einspeisevergütung gezahlt. Allerdings wird diese Vergütung nur für Freiflächenanlagen mit einem Energieertrag von bis zu 100 Kilowatt-Peak (kWp) ausgeschüttet.

    Solarparks sind in aller Regel deutlich größer. Für solche Anlagen ist seit 2016 die Direktvermarktung des gewonnenen Stroms vorgeschrieben. Damit muss sich ein Investor nicht zwingend selbst auseinandersetzen. Es ist ebenso möglich, einen Vertrag mit einem erfahrenen Zwischenhändler zu schließen, der sich um den eigentlichen Handel kümmert. 

    Derzeit (Stand April 2022) liegen die an der Börse erzielten Strompreise noch unter der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung. Einen Ausgleich für Anlagen mit einer Leistung von bis zu 750 kWp schafft die sogenannte Marktprämie. Sie soll die Lücke zwischen Börsenertrag und Einspeisevergütung schließen. Wer geschickt handelt, kann auf diese Weise sogar einen insgesamt höheren Ertrag erzielen. Andererseits birgt das Vorgehen für unerfahrene Investoren aber auch das Risiko, gegenüber der Einspeisevergütung einen Verlust in Kauf nehmen zu müssen. 

    Für Photovoltaik als Kapitalanlage spricht außerdem die gebotene Flexibilität: Wer nicht die Möglichkeit hat, einen ganzen Solarpark zu kaufen oder errichten zu lassen, kann per Beteiligung Teile eines Solarparks erwerben. Ob privater Solarpark oder Unternehmensinvestment: In beiden Fällen lassen sich steuerliche Vorteile nutzen (beispielsweise der Investitionsabzugsbetrag).

    Investition in Solarparks
    Foto von Andreas Gücklhorn auf Unsplash

    Chancen- und Risikoabwägung bei der Investition in Solarparks

    Wer eine Solaranlage als Kapitalanlage erwirbt, wird unternehmerisch tätig. Damit geht immer auch ein entsprechendes Risiko einher. Folgende Risiken können beispielsweise den erwarteten Ertrag beeinträchtigen und daher die geplante Rendite des Solarparks bzw. der Anlage schmälern:

    • nicht von der Versicherung gedeckte Schäden
    • Änderung der vereinbarten Einspeisevergütung bzw. Preisverfall bei der Direktvermarktung
    • fehlerhafte Planung bzw. Umsetzung
    • mangelhafte Qualität der Anlage

    Es empfiehlt sich, die Investition in einen Solarpark sorgfältig zu planen. Bis zum fertigen Solarpark sind zahlreiche Schritte notwendig – von der Konzeption über die Genehmigung bis hin zur Umsetzung. Zahlreiche Unternehmen stellen sich mittlerweile als Partner zur Verfügung und kümmern sich im Namen des Bauherrn um das gesamte Projektmanagement inklusive aller Formalitäten wie Pachtvertrag, Baugenehmigung, Netzanschluss, Versicherung etc. Wer einen Solarpark kaufen möchte, muss diesen nicht zwingend selbst nutzen, sondern kann wiederum die Fläche verpachten oder anteilig weiterverkaufen. 

    Welche Rendite ist für Solarparks als Geldanlage realistisch? 

    Die Investition in Solarparks zählt zu den alternativen Kapitalanlagen. Diverse Anbieter werben mit unterschiedlich hohen Renditen für Solarparks, die sich zwischen etwa 4 und 8 % bewegen und aus bis zu 30 % höheren Erträgen als bei Dachanlagen resultieren sollen. In der Regel ist von einem direkten Investment (Solarpark kaufen, direkte Beteiligung an einem Solarpark mit Eigentumserwerb) eine höhere Rendite zu erwarten als von einem indirekten Investment, bei dem der Betrieb der Anlage vollständig in den Händen des jeweiligen Anbieters liegt. 

    Welche Rendite von einem Solarpark erwartet werden kann, hängt vom tatsächlichen Stromgewinn sowie von den einmaligen und laufenden Kosten ab. Zu ihnen gehören: 

    • die Anschaffung (Module, Wechselrichter, Kabel, Montage),
    • die Wartung und eventuelle Reparaturen,
    • Versicherungen,
    • die Pacht,
    • die Verwaltung und
    • eventuell Kreditzinsen.

    Dem gegenüber stehen Kostenersparnisse aufgrund eventueller Förderungen. Wichtig ist auch der Standort der Solaranlage, da sich mit einem Solarpark, der hoher Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, natürlich grundsätzlich mehr Energie gewinnen lässt. Dennoch haben wie erwähnt auch Solarparks mit Standort in Deutschland ihre Vorteile. Für Privatpersonen mit geringerem Eigenkapital stellen PV-Anlagen, die zum Großteil für den Eigenverbrauch genutzt werden, eine rentable Alternative dar.