Smart Home ohne Internet: So gehts

Smart-Home-Einrichtungen leben häufig von der Verbindung mit dem Internet und der Cloud und entfalten ihren vollen Funktionsumfang erst unter diesen Umständen. Fragen der Datensicherheit oder kurzfristige Ausfälle bringen jedoch immer mehr Produkte hervor, die im Smart Home auch ohne Internet funktionieren. Ein Überblick.
Inhaltsverzeichnis
    Smart Home ohne Internet

    Smart Home ohne Internet: Was funktioniert offline?

    Die meisten Smart-Home-Systeme sind insbesondere dafür konzipiert, mit dem Internet zu kommunizieren, um immer mehr intelligente Funktionen bieten zu können. Doch was passiert, wenn die Verbindung zum Internet ausfällt? Auch Bedenken bezüglich der Datensicherheit lassen die Frage aufkommen, was im Smart Home ohne Internet noch funktioniert. Einige Anbieter spezialisieren sich bereits auf entsprechende Lösungen, doch viele der bekanntesten Systeme sind zumindest eingeschränkt trotzdem nutzbar. 

    So funktioniert das Smart Home mit und ohne Internet

    Dass die Internetverbindung kurzzeitig ausfällt oder der WLAN-Router kaputt geht, kann immer passieren. Das ist jedoch nicht der einzige Grund dafür, dass Funktionen des Smart Homes auch ohne Internet beliebter werden. Vermehrt kommt nämlich die Frage auf, wie es um die Datensicherheit im Smart Home bestellt ist. Sobald eine Verbindung zum Internet aufgebaut ist, besteht zumindest theoretisch immer die Möglichkeit eines Hacker-Angriffs von außen. Auch wenn die tatsächlich dokumentierten Fälle sich derzeit in Grenzen halten, wäre es für Angreifer von außerhalb des Smart Homes beispielsweise möglich, 

    • auf Überwachungskameras zuzugreifen, 
    • die Kontrolle über intelligente Türschlösser zu übernehmen oder
    • auf Daten zuzugreifen, die in der Smart-Home-Cloud  gespeichert sind. 

    Die großen bekannten Smart-Home-Lösungen von Amazon (Alexa), Google (Google Home) oder Apple (HomeKit) nutzen sowohl die Verbindung zum Internet als auch die Cloud, um Anwendungen und Geräte (z. B. auch den Smart Meter) zu vernetzen, Automatisierungen und Szenen anzulegen und dauerhaft zu speichern. Außerdem greifen sie per Internet auf weitere Daten zu, um beispielsweise Wettervorhersagen abzurufen oder Sprachassistenten zur intelligenten Steuerung zu nutzen. 

    Dennoch ist ein (teilweise eingeschränkter) Gebrauch des Smart Homes auch ohne Internet möglich. Das liegt daran, dass moderne Funkstandards wie ZigBee, Z-Wave oder EnOcean eine Verbindung unter den Geräten schaffen, ohne zwingend eine Verbindung zum Internet zu benötigen. Das Kernstück ist dabei meist ein zentraler Controller, der per WLAN oder anderem Standard Sensoren, Lampen, Thermostate etc. steuern sowie Automatisierungen erstellen und speichern kann. 

    Was das Smart Home ohne Internet noch leisten kann, ist anbieterabhängig. Denkbar sind folgende Szenarien:

    • WLAN-Router ist vorhanden und das Internet kann für eine Ersteinrichtung sowie Synchronisierungen genutzt werden: Auf diese Weise ist es auch mit Standardsystemen möglich, die unterschiedlichen Komponenten zu vernetzen und ohne Internetverbindung in nahezu vollem Umfang zu nutzen. Kameras, Steuerungselemente etc. funktionieren. 
    • WLAN-Router ist vorhanden, es besteht aber keine Verbindung zum Internet: In diesem Fall bedarf es bereits spezialisierter Systeme, die vollständig ohne Internet eingerichtet werden können. 
    • Router ist vorhanden, doch das WLAN ist ausgeschaltet oder anderweitig nicht nutzbar: Sofern der zentrale Controller per LAN-Kabel mit dem Router verbunden ist, ist je nach Anbieter dennoch eine Steuerung vieler Geräte möglich. Auf Außenkameras, die eine WLAN-Verbindung brauchen, kann aber beispielsweise nicht zugegriffen werden. 
    • Es steht kein Router zur Verfügung: Das Smart Home ist ohne Internet nur dann nutzbar, wenn der Anbieter das explizit vorsieht und auf andere Funkstandards zurückgreift. 
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    Unabhängig vom Szenario und vom Anbieter gibt es einige Funktionen, die im Smart Home ohne Internet überhaupt nicht nutzbar sind:

    • Sprachassistenten: Sprachassistenten benötigen die Verbindung mit dem Internet. Eine Sprachsteuerung ist daher ohne Verbindung nach außen nicht möglich.
    • Fernsteuerung: Der Remote-Zugriff von unterwegs basiert ebenfalls auf einer Internetverbindung.
    • Abruf externer Daten: Wetter- oder Verkehrsinformationen und ähnliche Daten können ausschließlich über das Internet bezogen werden.
    • Warnmeldungen: Wer unterwegs über auffällige Aktivitäten oder Ereignisse im Haus (beispielsweise unerwartete Bewegungen, austretendes Wasser etc.) benachrichtigt werden möchte, braucht nahezu immer Smart-Home-Geräte mit Internetverbindung. Erste wenige Anbieter konzipieren jedoch bereits eine Benachrichtigung per SMS. 
    • Integration anderer Geräte: Bei der Auswahl neuer Smart-Home-Geräte muss außerdem sorgfältig geprüft werden, inwiefern diese zwingend eine Internetverbindung benötigen. 

    Smart Home ohne Internet: Möglichkeiten verschiedener Anbieter

    Viele der großen Anbieter stellen sicher, dass wenigstens einige Grundfunktionen des Smart Homes auch ohne Internet genutzt werden können – schließlich lässt sich ein zumindest temporärer Ausfall nicht immer vermeiden. Mittlerweile gibt es jedoch auch Anbieter, die sehr gezielt Smart-Home-Systeme entwickeln, die ganz ohne Internetverbindung auskommen. Hier erhalten Sie einen Überblick:

    Name des SystemsOffline nutzbar?Funktionen und Merkmale
    Bosch Smart Homegrößtenteils
    • Zentraler Controller übernimmt die Verwaltung
    • Automation, Zeitsteuerung, Sensoren, Lampen etc. nutzbar
    • Integration von Geräten anderer Hersteller nur mit Internetverbindung möglich
    IKEA Trådfrija
    • LEDs, Fernbedienung, Lampen, Lautsprecher 
    • Automatisierung offline möglich
    • Leistungsumfang begrenzt
    Homeeja
    • dank Nutzung verschiedener Funkstandards (ZigBee, Z-Wave, EnOcean, WLAN) auch mit anderen Geräten kompatibel
    • Routinen, Befehle etc. werden im zentralen Brain Cube gespeichert
    Homematicja, sogar inklusive Ersteinrichtung
    • Geräte verfügen über integrierten Speicher
    • So werden viele cloudunabhängige Funktionen möglich
    • Zeitprofile etc. lassen sich auch ohne Verbindung zum Internet nutzen
    Devolo Home Controlgrößtenteils
    • kurze Verbindung für Ersteinrichtung und Synchronisation notwendig
    • Bestehende Routinen können auch ohne Internet weiterhin genutzt werden
    • Änderungen und Konfigurierung neuer Geräte nur mit Verbindung möglich
    • Nutzt deutsche Server, daher unterliegen die Daten dem deutschen Datenschutzgesetz
    AVM-Fritz-Dectgrößtenteils
    • Verbindung via FRITZ!Box, die als Schaltzentrale dient
    • Dect-Funkstandard
    • LEDs, Schalter, Thermostate
    • Leistungsumfang begrenzt

    Unabhängig vom gewählten System lohnt sich der Blick darauf, was das eigene Smart Home ohne Internet im Fall der Fälle leisten kann. Nur so lässt sich sicherstellen, dass wichtige Funktionen – wie beispielsweise auch das Energiemanagement im Smart Home – unbeeinträchtigt bleiben.